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Ab 1.1.2016 gibt es bei den Jubiläumsgeldern einen höheren Rückstellungsbedarf seitens der Unternehmen und bei den Arbeitnehmern verringert sich der auszuzahlende Betrag.

Lohnnebenkostenerhöhung durch die Hintertüre

09.11.2015

Der Handelsverband weist darauf hin, dass ab 1.1.2016 durch das dann geltende Steuerreform-Gesetz Geldzuwendungen im Rahmen von Dienstjubiläen (Jubiläumsgelder) sozialversicherungspflichtig werden.

Durch die sozialversicherungspflicht von Jubiläumsgeldern verändern sich für die Unternehmen die Parameter bei der Rückstellungsberechnung. Konkret müssen Unternehmen ab 1.1.2016 für kollektivvertraglich geregelte Jubiläumsgeldansprüche neuerdings den Sozialversicherungs-Dienstgeber-Anteil (derzeit 20,68 %) rückstellen. Dieser ist bei Anspruchseintritt zahlungswirksam abzuführen.  Bisher bestand bei kollektivvertraglich geregelten Ansprüchen bei Dienstjubiläen und Firmenjubiläen Sozialversicherungs-Freiheit. Aus Sicht des Handelsverbandes entspricht dies einer Lohnnebenkostenerhöhung „durch die Hintertüre“. 

Verschlechterung für alle

Aus Sicht des Handelsverbandes reduziert diese Gesetzesänderung die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich und betrifft alle, denn:

  • Die Unternehmen reduzieren ihre Investitionsneigung durch den erhöhten Rückstellungsbedarf weiter – mit entsprechenden volkswirtschaftlichen Konsequenzen.
  • Auch die Arbeitnehmer verlieren, da sich das ausgezahlte Jubiläumsgeld um den abzuführenden Sozialversicherungs-Dienstnehmer-Anteil verringert.
  • Der Staat verliert letztlich, da der erhöhte Rückstellungsbedarf bei den Unternehmen die Steuerbemessungsgrundlage vermindert.

Gerade der Lebensmitteleinzelhandel (LEH), wo im Verhältnis zu anderen Branchen viele langjährige Mitarbeiter tätig sind, ist davon stark betroffen. Die Rewe International AG, einer der größten Arbeitgeber in diesem Bereich, schließt sich daher der Kritik des Handelsverbandes vollinhaltlich an. Darüber hinaus fordert der Handelsverband zumindest eine Fristverschiebung auf 1.1.2017, damit die Unternehmen genug Zeit haben, diese Umstellung auch mit angemessener Vorlaufzeit in der Planung zu berücksichtigen

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