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Mastercard-Studie zum Bezahlverhalten der Kunden

18.06.2019

Der Kartenanbieter hat seine Studie aus 2016 zum mobilen Bezahlverhalten wiederholen lassen. Der Ergebnisvergleich zeigt eindeutige Trends.

Das Marktforschungsinstitut Ipsos hat unter 20-50jährigen Internetnutzern in der Central Eastern Europe Division (CEE, faktisch Österreich, Balkan, Griechenland und Polen bis Ukraine) Online-Fragebögen ausfüllen lassen, die sich um das Nutzungsverhalten mobiler Technologien drehten.

Trends 2019

Gegenüber 2016 verwenden nochmals 3 Prozent mehr Österreicher ein Smartphone (97%) und mit 12 Prozent auch immer mehr Menschen eine Smart-Watch (+7%).

Dem stehen Rückgänge bei digitalen Fotoapparaten (- 31%), mobilen Mediengeräten wie MP3-Playern (- 14%) und Spielkonsolen (- 13%) gegenüber – die teils von den multifunktionalen Smartphones ersetzt werden.

Nutzung digitaler Leistungen

Die Topränge halten E-Mail mit 87% (- 10%), Internetsuche mit 85% (- 5%) und Onlineshopping mit 79% (- 6% ggü. 2016, CEE-Durchschnitt: 67%). Soziale Netzwerke nutzen fast 8 von 10 Befragten, zur Navigation greifen gut 7 von 10 Menschen.

Wachstum zeigen die Bereiche Wetterinfo (+ 13 auf 71%), Musik- und Videokonsum (+ 20 auf 61%) und Zahlungsanwendungen, die um 6 Prozent auf 67% zulegten. Zum Vergleich: Der CEE-Schnitt bei Zahlungsanwendungen liegt nur bei 48 Prozent.

Zahlungsanwendungen

Was schätzen die Konsumenten besonders? Mit Nennungen jeweils im 70-Prozent-Bereich sind den Menschen einfache Bedienbarkeit, Bequemlichkeit und zeitsparende Abwicklung mit großem Abstand am wichtigsten – Stichwort „convenience“. Dies sind exakt jene Faktoren, welche die Konsumenten auch zum Onlineshopping motivieren.

Im „Bankomatland Österreich“ nutzen 93 Prozent eine derartige Karte, aber nur 59 Prozent eine Kreditkarte. Und während das Onlinebanking vom heimischen PC aus um 9 Punkte auf 73 Prozent zurück ging boomen Online-Banking-Apps am Smartphone (+ 13 auf 58 Prozent) und die Handyzahlung (+ 18 auf 27 Prozent). Die Bezahlvorgänge werden tendenziell immer mobiler: 62 Prozent der Befragten können sich das Smartphone als zusätzliches Zahlungsmittel neben der Bankomatkarte vorstellen. Auch zur Verwendung von Tablets, Smart Watches und anderen „wearables“ als Zahlungsmittel wächst die Zustimmung rasch.

EU-Richtlinie PSD2

Mit September dieses Jahres bringt die PSD2-EU-Richtlinie eine verpflichtende Kundenauthentifizierung bei Kartenzahlung für den e-Commerce. Grob gesprochen fordert die Richtlinie die Umsetzung von zumindest zwei von drei möglichen Elementen: „Besitz“ (z. B. Mobiltelefon, Bankomat- oder Kreditkarte), „Wissen“ (z. B. PIN-Code, Passwort) und „Inhärenz“ (z. B. Fingerabdruck, Iris-Scan, Gesichtserkennung).

Moderne mobile Zahlungsdienste vereinen diese Anforderungen bereits: Bei der Zahlung via Smartphone-App liegt das Telefon vor (Besitz), der Fingerabdruck-Scanner sorgt für die Inhärenz. Bezahlvorgang abgeschlossen. Piotr Kwasniak von Mastercard meint deshalb, dass heute „Bequemlichkeit und Sicherheit gleichzeitig möglich sind“ und sogar höher als bei der klassischen Überweisung ausfallen würden.

Auch für den Handel haben die mobilen Bezahlungen eindeutige Vorteile – sie sind für entsprechende Sicherheit zwar mit Aufwand verbunden, bieten dann aber klare Regeln. Und das Risiko liegt bei den Banken, nicht beim Geschäft.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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