Direkt zum Inhalt

Medikamentenmarkt Österreich

13.02.2008

Die deutschen Apotheker haben wenig Freude damit, dass die mächtige Drogeriekette Schlecker im Februar groß in das Geschäft mit Medikamenten einsteigt und dabei um bis zu 45 Prozent günstigere Produkte anbieten will. Die österreichischen Pharmazeuten können sich aber entspannt zurücklehnen.

"In Österreich ist das verboten, daher ist das momentan nur für Deutschland geplant", verlautet aus der österreichischen Unternehmenszentrale in Pucking (Oberösterreich).
"Was Schlecker in Deutschland vorhat, betrifft uns derzeit nicht und wäre hier nicht möglich, weil die rechtliche Situation nicht gegeben ist", bestätigte auch die Sprecherin der Österreichischen Apothekerkammer, Jutta Pint. In Österreich sei auch der Versandhandel mit Arzneimitteln schlichtweg nicht erlaubt.
Der Europäische Gerichtshof hatte es den einzelnen EU-Ländern 2004 freigestellt, wie sie das handhaben - Deutschland hat daraufhin den Pharma-Versandhandel freigegeben, Österreich nicht. Allerdings darf man als ausländische Internet-Apotheke nach Österreich liefern, wenn die Produkte eine österreichische Registriernummer haben. In den Filialen ist der Verkauf von Arzneimitteln schlichtweg verboten. Der Schlecker-Mitbewerber dm drogeriemarkt will schon seit Jahren im heimischen Pharma-Handel aktiv werden. "Dafür wäre aber eine Änderung des Arzneimittelgesetzes nötig", betonte Pint.
In Ungarn hingegen kann man Medikamente zum Teil schon bei der Tankstelle kaufen. In der Apothekerbranche spricht man von "ersten Versorgungslücken". Denn im Internet oder anderen alternativen Point of Sales sei das Sortiment meist stark eingeschränkt - um günstig anbieten zu können, konzentriert sich das Angebot auf besonders umsatzstarke Medikamente. Außerdem seien ländliche Gegenden benachteiligt, weil sie nicht mit der gleichen Kundenfrequenz aufwarten können wie Ballungsräume.
In Österreich sei der Verkauf von Arzneimitteln reglementiert, um eine flächendeckende Versorgung sicherstellen zu können. Hierzulande sind dafür 1.220 Apotheken zuständig, 400 davon haben nachts geöffnet. Es muss immer mindestens ein an der Universität ausgebildeter Pharmazeut für die Kundenberatung verfügbar sein. Jede Apotheke hat rund 5.000 Präparate auf Lager. Der Großangriff der Drogeriemärkte im Arzneimittelhandel bleibt hier also vorerst aus, der Handel beschränkt sich vorerst im Wesentlichen auf Vitamintabletten und Kosmetika.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Industrie
28.09.2020

Nach fast 20 Jahren wurde das schon etwas in die Jahre gekommene Design zeitgemäß überarbeitet und präsentiert sich mit klar strukturiertem Logo.

Markenartikel
28.09.2020

Ganz im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie von Nutricia Milupa wird ab Oktober ein Teil des Aptamil Portfolios in Bio-Qualität angeboten. Damit geht Nutricia Milupa auf den Wunsch ...

Die Wiener Tafel, mit 21 Jahren die älteste heimische Tafelorganisation, fungiert als Schnittstelle zwischen Lebensmittelspenden und bedürftigen Menschen. Darüber hinaus will man die unnötige Entsorgung genießbarer Lebensmittel in Privathaushalten durch Informationen und mehr Vertrauen in die eigenen Sinne bekämpfen.
Thema
28.09.2020

Am 29. September ist der 1. International Day of Awareness of Food Loss and Waste, den die UN ins Leben gerufen hat. Damit macht die UN verstärkt auf das Problem der Lebensmittelverschwendung ...

Das Land Oberösterreich und Spar setzen ein starkes Zeichen für ein „GewaltFREIES Leben“: Jakob Leitner, Geschäftsführer der Spar-Zentrale Marchtrenk, Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (Mitte), sowie Natascha Wimberger (l.), Marktleitung im Eurospar Passage City Center, und ihre Stellvertretung Rebecca Reischl (r.).
Thema
28.09.2020

„GewaltFREIES Leben – auch für Sie!“. So heißt die neue Informationskampagne des Landes Oberösterreich gemeinsam mit der Spar-Zentrale Marchtrenk. In über 250 Spar- und Eurospar-Märkten werden ...

Hofer-CEO Horst Leitner und Ventocom-Geschäftsführer Michael Krammer dürfen sich über die erste Million Kunden für ihre Marke HoT freuen.
Handel
25.09.2020

Seit mehr als fünf Jahren begeistert die Hofer Mobilfunk-Exklusivmarke HoT mit maßgeschneiderten Angeboten sowie dem Versprechen, niemals teurer, sondern nur günstiger oder besser zu werden und ...

Werbung