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Medizin-Regal

12.07.2002
Haarpflege

OTC-Produkte sind eine immer stärker werdende Warengruppe im Lebensmittelhandel. Die Bereitschaft der Österreicher zur Selbstmedikation wächst stetig. Eine Studie von ACNielsen und Markant UB beleuchtet den aktuellen OTC-Markt in Österreich.

Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel in Österreich wächst und gedeiht. Allein im 2. Halbjahr des Vorjahres wurde am gesamten OTC Markt in Österreich (LEH, DM, Bipa) ein Umsatz von 970 Mio. Schilling erzielt. Das größte Segment ist die Orale Hygiene gefolgt von Produkten gegen Husten oder Erkältung. Nimmt man die „Mundhygiene“ aus den Berechnungen heraus und betrachtet nur den Markt der „wirklichen“ Nahrungsergänzungsmittel verbleibt immer noch ein Umsatz von 443,6 Mio. Schilling.

Die Selbstmedikation in Österreich nimmt ständig zu, was ein beachtliches Sparpotenzial für Sozialversicherung und Volkswirtschaf birgt. Für den Handel liegt die Chance in einem klaren Umsatzsteigerungspotenzial. Für den Kosumenten ergibt sich ein Convenience Nutzen: Lebensmittel- und Drogeriefachgeschäfte sind gut erreichbar und die Produkte können beim täglichen Einkauf gleich miterworben werden. Folgende OTC-Segmente werden von ACNielsen erfasst: Augen, Bachblüten, Beruhigung/Schlaf, Blase/Niere/Geschlecht, Gelschenschutz, Haut/Haare/Nägel, Haut/Schleimhaut, Herz/Kreislauf, Husten/Erkältung, Magen/Verdauung, Mund/Zahn, Ohren, Oral Hygiene, Reformgetränke, Schlankheit, Schmer/Rheuma, Süßstoffe, Tests, Tonika/Geriatrika/Melisse, Verhütung, Vitamine/Mineralstoffe/Nahrungsergänzung, Übrige.

Das Ergebnis einer ACNielsen CATI-Umfrage ist bemerkenswert: 65 % der Befragten gaben an, sie würden rezeptfreie Medikamente, wie z. B. Aspirin, gerne im Handel kaufen (46 % waren sich ganz sicher, 19 % eher sicher). Deutlich zeigte sich auch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen: Männer sind eher bereit, verschiedene Medikamente im Lebensmittelhandel zu kaufen, d. h. auf die Beratung in der Apotheke zu verzichten. Frauen sind etwas kritischer. Von den 18 % der Befragten, die auf keinen Fall ihr Aspirin im LH kaufen würden waren ungefähr zwei Drittel Frauen. Die Gründe für den Kauf rezeptfreier Arzneimittel sind laut einer Studie von SpectraMarktforschung vielschichtig: Weil man wegen banaler/leichter Beschwerden nicht zum Arzt gehen will bzw. weil man ein Medikament bereits kennt, weil es dieses Medikament nicht auf Rezept gibt bis zu weil ich es dringend brauchte und keine Zeit war, vorher zum Arzt zu gehen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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