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Mercurius auf der Jagd nach dem Inka-Schatz

07.02.2017

Die Sammelalben der Supermärkte sind für Kinder eine großartige Sache – Eltern stellen sie hingegen vor große Probleme, die nur mit Ideenreichtum, Hartnäckigkeit und guten Verbindungen gelöst werden können.

Grundsätzlich sind die Sammelalben der Supermärkte eine tolle Idee – viele Kinder lieben es, etwas zu sammeln und Sticker einzukleben. Außerdem sind die Alben professionell gemacht, die Themen spannend und übersichtlich aufbereitet und die Fotos von bester Qualität. Ein Traum – wäre da nicht der Umstand, dass fehlende Sticker nicht nachbestellt werden können. Damit wird der Kindertraum ganz schnell zum Albtraum der Eltern, den auch diverse Tauschbörsen nicht verhindern können. Grundvoraussetzung, um überhaupt eine Chance zu haben das Album voll zu bekommen, sind nämlich viele Sticker. Und damit steckt man schon mitten im Sammel-Irrsinn.

Vor kurzem war es wieder soweit. Angespornt vom Nachwuchs startete Mercurius die Jagd nach dem Inkaschatz – mit einem Einkauf für den gesamten Familienverband. Beglückt (was bei höheren Summen sonst nie der Fall ist) zahlte Mercurius 118 Euro; hoch erfreut dem Kind gleich am Anfang 11 Sticker-Briefchen mitbringen zu können. Doch obwohl es pro 10 Euro ein Briefchen gibt, waren es nur zehn Stück. Ein Missverständnis, meinte Mercurius und pilgerte mit Rechnung und offenen Briefchen zurück zum Supermarkt. „Nein, das stimmt schon mit den zehn Briefchen. Es werden nur maximal zehn Briefchen pro Einkauf hergegeben“, erklärte die Dame an der Information mit emotionslosem Gesicht. „Auch wenn ich um 180 oder 200 Euro einkaufe?“ fragte Mercurius, der es jetzt genau wissen wollte, nach. Ja auch dann, lautete die ernüchternde Antwort. Unter dem Motto „blöd kann man ja sein, aber zu helfen muss man sich wissen“, beschloss Mercurius daher in der Sammelalbum-Zeit bei einer Summe von 100 Euro zu bezahlen und die restlichen Dinge am Förderband extra abzurechnen. Die Methode ist effektiv, wie sich herausstellte - die Sinnhaftigkeit der Briefchen-Begrenzung ist damit umso mehr ein Rätsel.

Im Grund muss man ja froh sein, wenn man überhaupt ein Sammel-Briefchen erhält. Allzu oft passiert es, dass man als Kunde expliziert nach dem Zahlen um die Briefchen bitten muss. Getoppt wird die Sache nur, wenn man in einem Tankstellen-Shop, der zu dieser Supermarkt-Kette gehört, einkaufen geht: Da kann es schon vorkommen, dass man von der Angestellten die Sticker-Briefchen nur nach langwierigen Diskussionen ausgehändigt bekommt.

Zum Glück gibt es immer wieder Kunden, die keine Sticker-Briefchen sammeln und die diese dann auf Anfrage bereitwillig weiterreichen oder gleich von sich aus dem Kind anbieten. Denn kein Mensch, und ein Alleinerzieher schon gar nicht, kann so viel einkaufen, um ein Album in Eigenregie fertig zu bekommen.  Mercurius hat es bis jetzt zwar immer geschafft – aber nur, weil er das Glück hat, dass seine Tante, die selbst gerne sammelt und dank ihrer beruflichen Verbindungen, ihrer Kartenspiel-Runde und ihrer vielen Freunde über ein sehr effektives Sammel- und Tausch-Netzwerk verfügt, jedes Mal mithilft.   

Autor/in:
Mercurius
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