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Mercurius auf unerwarteter Rätselrallye

18.04.2017

Man sollte meinen, dass eine kleine Einkaufsliste und ein gut strukturierter Supermarkt einen schnellen Einkauf ergeben – aber nur, wenn die Mitarbeiter beim Einschlichten (gewollt oder ungewollt) keine Rätselrallye einbauen.

Schnell ein paar Dinge für die nächsten Tage einkaufen – so ähnlich lautete die Devise, als Mercurius vor ein paar Wochen beim Supermarkt in der Nähe seiner Wohnung vorbeischaute. Die Auflistung Apfel/Brot/Joghurt/Käse/Schinken war wirklich auf das Notwendigste begrenzt und machte den Eindruck leichter Beute. Doch vom Start weg, war der „Wurm“ drin. Die geliebten Gala-Äpfel waren zwar dort, wo sie immer lagen – nur weit und breit war kein Sackerl zu sehen, um die benötigte Menge hineinzugeben und dann abzuwiegen. Auch nicht nach einem mehrmaligen Abgehen der Obstabteilung inklusive Spezial-Detektiv-Such-Blick. Das einzige was sich fand, waren andere Kunden, die ebenfalls mit zusammengekniffenen Augen jeden Zentimeter der Abteilung genau unter die Lupen nahmen. Leider ebenso erfolglos wie Mercurius. Selbstredend, dass es dann eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis der zu Hilfe gerufene Mitarbeiter endlich mit einer neuen Sackerl-Rolle ankam. Kein Problem dachte sich Mercurius, die anderen Sachen gehen ja schnell. Vorausgesetzt sie sind logisch eingeordnet, hätte er noch anhängen sollen - denn es kam, was kommen musste: Das kleine 3,6-prozentige Joghurt war partout nicht zu finden. Nur das große 3,6-prozentige Joghurt und gleich daneben das kleine 0,1-prozentige Joghurt. Aber so leicht wollte Mercurius sich nicht geschlagen geben, und ging wieder auf die Suche. Zum Glück, denn  ganz am anderen Ende der Kühlvitrine standen die 0,1-prozentigen großen Joghurtbecher neben den kleinen 3,6-prozentigen Joghurtbechern. Die Logik dahinter hat sich Mercurius bis heute nicht erschlossen. Aber was soll´s, das gewünschte Joghurt war ja Gott sei Dank da. Damit war das Glück aber anscheinend auch schon verbraucht, denn beim Griff zum Ziegencamembert (der auch angeschrieben waren), kamen nur Schafcamemberts zu Tage. Anders als bei den Joghurtbechern gab es aber keinen Schafcamembert-Bereich, wo die Ziegencamemberts zu finden gewesen wären. Also musste der „Käse“ ersatzlos von der Einkaufsliste gestrichen werden. Seelisch gewappnet machte sich Mercurius daher zum Schinken auf. Widererwarten verlief die Auswahl des Schinkens aber völlig reibungslos. Alle angeschriebenen Sorten waren da und auch komplett richtig eingeordnet. Das brachte Mercurius fast aus dem Konzept. Aber keine Sorge, in der Brotabteilung wurde es wieder spannender. Das Lieblingsbrot (geschnitten und im Sackerl) versteckte sich ganz hinten im Regal und im Bereich einer ganz anderen Sorte. Absolut  enttäuschend war nur, dass es keinen „Du-hast-die-Rätselrallye-geschafft“-Überraschungspreis an der Kassa gab.

Autor/in:
Mercurius
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