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Mercurius stellt sich wieder einmal an

20.03.2017

Immer dann, wenn man es eilig hat, wird die Geduld besonders stark auf die Probe gestellt. So wie unlängst beim Schnelleinkauf für das Jausensemmerl.

Schnell war allerdings nur Mercurius, denn in Windeseile war die Jause zusammengestellt: ein fertig verpacktes Brot in der Convenience-Theke, dazu ein Joghurt, um auch die frischen Bedürfnisse zu befriedigen und schließlich im Süßwarenregal noch eine Schokolade – am Nachmittag muss dringend das Müdigkeitstief überwunden werden. Mercurius biegt flott um die Ecke – und erstarrt. Vor der einzigen offenen Kasse stehen die Kunden Schlange. Doch halt, heißt es nicht, aber dem vierten oder fünften wartenden Kunden wird eine neue Kasse eröffnet? „Können Sie bitte die zweite Kasse öffnen?“, ruft Mercurius aus den hinteren Reihen zum Kassier. Dieser ist sichtlich schwer beschäftigt, registriert aber die Bitte und drückt wortlos den Knopf für Hilfe. Es ertönt die automatisierte Stimme: Kassa zwei öffnet für Sie in Kürze. Und nun kommt der Punkt, wo man sich über die Definition des Wortes „Kürze“ unterhalten sollte. Mercurius schert aus der Schlange aus und geht zur anderen Kasse, gefolgt von drei anderen Warte-Musketieren. Und dann vergeht die Zeit im Schneckentempo. Man wartet und wartet und wartet auf den zweiten Mitarbeiter, der in den Tiefen der Regale versunken sein muss. In der Zwischenzeit wären Mercurius und seine Mitstreiter schon dreimal an der anderen Kasse zum Zug gekommen, doch hier – an Kassa zwei – warten sie noch immer. Minuten später bequemt sich endlich, tiefenentspannt und fast im Zeitlupentempo, ein Kollege an die Scanner-Kasse, ohne auch nur ansatzweise  das wutverzerrte Gesicht des wirklich schwer genervten Mercurius zu registrieren. Und wieder fragt man sich: was ist am Kassendienst so abstoßend, dass ihn keiner übernehmen will? 

Autor:
Mercurius
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