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Ab dem Sommer sollen Lebensmittel- und Elektronikhandel bei Metro getrennt agieren.

Metro wird gespalten

07.02.2017

Die Aktionäre stimmten fast einstimmig für die Zweiteilung in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler. Der Umsatz ging im Weihnachtsquartal um 0,6 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro zurück, der Nettogewinn ist von 549 auf 200 Mio. Euro gefallen.

Metro-Chef Olaf Koch kann seine Pläne zur Aufspaltung des deutschen Konzerns in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler umsetzen. Bei der Hauptversammlung am Montag, 6. Februar 2017, in Düsseldorf stellten sich die Aktionäre fast einstimmig hinter die Aufteilung. Koch verspricht sich von dem Schritt mehr Schlagkraft für die beiden Unternehmensbereiche. Die neuen Firmen sollen im Sommer an den Start gehen und im MDax notiert sein. Aktionärsvertreter sagten, sie hofften auf Wachstum, steigende Kurse und höhere Dividenden.

Es gab aber auch Kritik an Kochs Plänen – vor allem die Kosten der Aufspaltung und die Pläne für die Vorstandsgehälter standen dabei im Mittelpunkt. Die beiden Unternehmensteile würden durch die Trennung besser und schneller werden, versprach der Manager. Denn für beide Gesellschaften werde es „weniger Ablenkung durch eine gemeinsame Konzernstruktur geben, die keine Synergien geboten hat.“

Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) betonte, die Metro habe in der Vergangenheit, „alles versucht, was man im Handel versuchen kann“. Doch dies habe das Wachstum nicht ankurbeln können. „Die Aufspaltung ist die logische Konsequenz“, ergänzte der Aktionärsvertreter.

Lebensmittel, Real, Immobilien

Nach der Entscheidung der Aktionäre wird der Lebensmittelhandel rund um die Großmärkte und die Supermarkt-Kette Real im Sommer abgetrennt. Auch das Immobilienvermögen der Metro wird dort gebündelt. So entsteht ein Unternehmen mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern. Die Anteilseigner der „alten“ Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 – für jede Metro-Stammaktie gibt es also eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers.

Bei der bisherigen Metro verbleibt der Elektronikhändler Media-Saturn. Dessen Obergesellschaft firmiert künftig unter dem Namen Ceconomy und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro mit 65.000 Mitarbeitern. Den Machtkampf mit Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals sieht Koch nicht als Hürde für die Entwicklung des Elektronikhändlers. „Wir kontrollieren dieses Unternehmen“, betonte der Manager. Metro sei aber auch offen für konstruktive Lösungen mit Kellerhals. So sei in der Vergangenheit etwa eine Aufteilung von Media-Saturn diskutiert worden, eine Lösung habe sich aber nicht ergeben. Seit einiger Zeit versucht der Investor Clemens Vedder, einen Lösung zwischen beiden Seiten zu vermitteln.

Unklar sei etwa, wie es beim langjährigen Sorgenkind des Konzerns, der Supermarktkette Real, weitergehen solle. Diese ächzt unter dem erbitterten Wettbewerb in der Branche. So hat das Unternehmen die Modernisierung der Märkte vorübergehend auf Eis gelegt, die Renovierungen bei den insgesamt 293 Filialen wurden gestoppt. Bisher wurden insgesamt 110 Standorte umgebaut.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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