Direkt zum Inhalt

Migranten haben hohe Kaufkraft

28.07.2010

Mehr als 20 Milliarden Euro beträgt das gesamte Kaufkraftvolumen der Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich. Das entspricht etwa der Kaufkraft des Bundeslandes Steiermark. Aktuell leben in Österreich rund 1,47 Millionen Einwohner (circa 17 % der Gesamtbevölkerung), die entweder im Ausland oder in Migrantenfamilien in Österreich geboren wurden.

Wie hoch die Kaufkraft dieser Einwohner ist und wie insbesondere der Einzelhandel besser darauf reagieren kann, hat RegioData Research analysiert. EU-Migranten verfügen über die höchste Kaufkraft im Ethno-Ranking. Mit rund 19.300 Euro durchschnittlich pro Kopf im Jahr verfügen jene Migranten aus dem EU-Raum sowie den EWR-Ländern Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz über die höchste Kaufkraft im „Ethno-Ranking“ in Österreich.

Deutlich weniger Kaufkraft haben türkische und ex-jugoslawische Migranten. So verfügt ein türkischer Migrant im Durchschnitt nur über 55% des Niveaus eines Österreichers, eine Person aus dem ex-jugoslawischen Raum (mit Ausnahme Sloweniens) erreicht im Schnitt rund 70% des Kaufkraftniveaus eines Österreichers.

 

Das Kaufkraftvolumen aller Menschen mit Migrationshintergrund ist in Österreich mit rund 20 Milliarden Euro höher als das Nachfragepotenzial aller ausländischen Touristen mit circa 16 Milliarden Euro. Damit ist das Kaufkraftvolumen der Migranten in etwa gleich groß wie jenes der Steiermark und doppelt so hoch wie jenes von Kärnten.

Die größte Einwanderergruppe in Österreich bilden Deutsche. Aktuell leben hierzulande circa 130.000 deutsche Staatsbürger, diese machen rund 15% der gesamten Zahl von Einwohnern, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen, aus. Die Gruppe der Deutschen und sonstigen EU- und EWR-Migranten verfügt mit rund 19.300 pro Kopf über eine durchschnittliche Kaufkraft, die sogar höher als jene der Österreicher ist. Quer über alle Einwohner Österreichs gesehen verfügt eine Person in Österreich über rund 17.880 Euro an Kaufkraft im Jahr.

Eine stärkere Zielgruppensegmentierung auch im Hinblick auf Migranten kann dem Einzelhandel nur zu Gute kommen. Dabei ist eine spezifischere Ansprache der Konsumenten mit Migrationshintergrund insbesondere in Regionen mit einem starken Einwandereranteil sowie eine stärkere Produkt- und Leistungsvielfalt von Bedeutung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thema
01.08.2018

Die Zwischenbilanz über das erste Halbjahr 2018 im stationären Einzelhandel zeigt, dass die Konjunkturentwicklung wieder abflacht. Der EH hat in Sachen Umsatz ein turbulentes halbes Jahr hinter ...

Markenartikel
25.07.2018

Gesichts Tuchmasken wie  „Macarons“, diesen neuen Beauty Trend gibt es jetzt auch im Handel.

Handel
23.07.2018

Die jährliche Einzelhandels-Strukturanalyse der WKÖ Bundessparte Handel zeigt durchaus positive Signale. 2017 schwächte sich der Strukturwandel im stationären EH endlich ab. Die Dynamik bei EKZ,  ...

International
09.07.2018

Die Handelsriesen Carrefour und Tesco wollen mit einer Einkaufsallianz im Einzelhandels-Konkurrenzkampf Kosten drücken.

Industrie
11.06.2018

Julius Meinl Kaffee erreichte 2017 den achten Gewinn- und Umsatzanstieg in Folge. Bis 2025 hat der Traditionsbetrieb Gastronomie und Hotellerie im Mittleren Osten, China und USA im Fokus. Die ...

Werbung