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Milch-Ehe Tirol Milch und Berglandmilch

22.09.2010

Mit 88,26 Prozent der Stimmen votierten die 158 Delegierten der Tirol Milch im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung für eine Einbringung in die Berglandmilch.

Johann Schneeberger, Stefan Lindner und Josef Braunshofer (v.l.n.r.)

Damit wurde die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Die Eigentümervertreter der Berglandmilch werden am 28. September im oberösterreichischen Garsten über die Aufnahme der Tirol Milch abstimmen.Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde wird die Einbringung rückwirkend mit 1. Jänner 2010 erfolgen.

„Die Tirol Milch wird mit einem Anteil von 17 Prozent zweitgrößte Genossenschaft der Berglandmilch. Mit dieser Entscheidung der Delegierten wurde ein wichtiger Schritt in eine konkurrenzfähige Zukunft der Tiroler Milchwirtschaft gesetzt“, erklärte Tirol Milch-Obmann Stefan Lindner. Der Oberndorfer wurde im Rahmen der außerordentlichen Generalversammlung mit 88,81 Prozent der Stimmen zum neuen Obmann gewählt. Bis dato führte Lindner die Geschäfte des Obmanns interimistisch.

Die Tirol Milch werde den Obmannstellvertreter der Berglandmilch stellen, sagte Lindner am Dienstag vor Journalisten. Der Großteil der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Tirol Milch werden in die Berglandmilch eingebracht. Für das Werk Wörgl und die Marken Tirol Milch sowie Lattella wurden Garantien vertraglich vereinbart. Die Berglandmilch verfügt über etwa 12.000 Lieferanten, die jährlich mehr als 900 Millionen Kilogramm Milch anliefern. „Unsere Genossenschaft umfasst Bauern aus Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Burgenland, Kärnten und Bayern. Wir freuen uns, wenn auch die Tiroler Bauern künftig unser gemeinsames Projekt stärken“, erklärt Johann Schneeberger, Obmann der Berglandmilch. Die genossenschaftliche Struktur sei der Garant dafür, dass das Unternehmen auch in der Zukunft ausschließlich in bäuerlicher Hand bleibe.

Um auch in Zukunft einen eigenen Markenauftritt zu gewährleisten, wird die Tirol Milch GmbH gegründet, eine 100-prozentige Tochter der Berglandmilch. „Die Tirol Milch GmbH mit Sitz in Wörgl wird die gesamten betrieblichen Anlagen von der BLM-Genossenschaft mieten, verfügt aber über kein eigenes Vermögen“, sagte Lindner. Die Tirol Milch GmbH bekomme einen eigenen Beirat, in dem jeweils zwei Funktionäre von Tirol Milch und Berglandmilch vertreten sind. Die Milchabholung für die Tiroler Bauern ist auch in Zukunft gesichert: „Berglandmilch garantiert die Milchabholung wie sie bis jetzt im Gebiet der Tirol Milch üblich war. Darüber hinaus gewährleistet die Berglandmilch, dass die Milch von jenen Almen, von denen sie bis jetzt abgeholt wurde, unter gleichen Voraussetzungen auch zukünftig abgeholt wird“, erklärte Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer. Für die Tirol Milch Lieferanten bleibe weiterhin der Tirol Milch Liefervertrag aufrecht.

Die Tirol Milch sei eine starke Marke, deren Potenzial in Österreich und im Export verstärkt genützt werden müsse, sagte Braunshofer. „In den kommenden Monaten geht es in erster Linie darum, die Marke mit neuer Energie zu füllen und Synergien zu heben. Wir wollen ein Innovationsfeuerwerk zünden.“ Tirol Milch-Obmann Stefan Lindner erwartet sich unter anderem die bessere Verwertung der Versandmilch sowie eine bessere Auslastung des Standortes in Wörgl: „Die Berglandmilch ist ein wirtschaftlich stark aufgestelltes Unternehmen, das über hohes Innovationspotenzial sowie über fundierte Managementkompetenz verfügt. Davon wird die Tirol Milch nachhaltig profitieren. Und das ist mit Blick auf das Auslaufen der Milchkontingente im Jahr 2015 auch dringend notwendig.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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