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Milch könnte in Österreich teurer werden

09.10.2013

Neuerlich sorgt China für Aufregung auf den Milchmärkten. Vor allem deutsche Milch fließt als Pulver in die Volksrepublik ab, die Preise in Europa steigen schon. Zusätzlich liefern die heimischen Bauern den Molkereien etwas weniger Milch als noch vor einem Jahr – vor allem wegen der Trockenheit im Sommer. Zudem verstärken vor allem oberösterreichische Bauern Lieferungen nach Bayern, weil dort der Auszahlungspreis derzeit um rund zwei Cent höher liegt als hierzulande.

„Weil es in der Vergangenheit hierzulande nicht gelungen ist, den Auszahlungspreis an die Bauern rechtzeitig anzupassen, reagieren derzeit manche Bauern“, bestätigte Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung der Österreichischen Milchverarbeiter (VÖM), einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom Wochenende.

Österreich würde bei Milchprodukten vom Weltmarkt mit beherrscht. Zwar spielten Exporte heimischer Molkereien nach China keine große Rolle, so der VÖM-Präsident. Aber: Deutsche Großbetriebe würden viel Milchpulver Richtung China exportieren, was den europäischen Markt entlaste, so Petschar – es gibt also weniger Milch, was zu steigenden Preisen führt. Daher sei es zuletzt auch zu Preissteigerungen in Deutschland für Milchprodukte gekommen, „die es wohl auch bei uns wird geben müssen“, so Petschar.

„Wir können aber nur die Preise Richtung Bauern und Handel besprechen – was der Handel Richtung Konsumenten macht, können wir nicht beeinflussen. Wir appellieren an die Arbeiterkammer und den Handel“, sagte Petschar.

 

Knapper Rohstoff

Laut „OÖN“ haben 121 Bauern aus Oberösterreich zum 1. Oktober den Liefervertrag mit der Berglandmilch gekündigt. Wie es bereits rund 700 andere oberösterreichische Milchbauern jetzt schon tun, wollen sie ab 1. April 2015 ihre Milch an bayerische Molkereien liefern. Vor allem in Deutschland ist der Rohstoff wegen Exporten nach China knapp, die gutes Geld bringen.

Derzeit fließen laut der Zeitung schon 80 Mio. Liter Rohmilch aus Oberösterreich nach Bayern ab, kommendes Jahr würden es 105 Mio. werden.

Die Milchmenge ganz Österreichs liegt derzeit bei 2,9 Milliarden Kilogramm, so Petschar.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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