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Millionenschwere Hilfen für Bauern

15.06.2011

Vertreter der 27 EU-Länder haben am Dienstag in Brüssel über millionenschwere Entschädigungen für Gemüsebauern beraten. Wegen der EHEC-Krise sollen europäische Landwirte nach einem Vorschlag der EU-Kommission 210 Mllionen. Euro für ihre Umsatzeinbußen erhalten. Die Kommission hatte die geplanten Hilfen aufgestockt, nachdem die zunächst vorgesehenen 150 Mio. Euro bei einigen EU-Ländern auf Kritik gestoßen waren.

„Wir sind zuversichtlich, dass der Vorschlag durchgeht“, sagte der Sprecher von EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos vor dem Treffen. Insbesondere Spanien und die Niederlande hatten im Vorfeld mehr Geld gefordert. Für die Entscheidung sei aber nicht Einstimmigkeit, sondern nur eine qualifizierte Mehrheit nötig. Anspruch auf Hilfen haben alle europäischen Landwirte, die beim Handel mit Gurken, Tomaten, Salaten, Paprika und Zucchini Einbußen erlitten haben.

Laut Vorschlag sollen ihre Ausfälle zwischen Ende Mai und Ende Juni teilweise entschädigt werden. Die Landwirte sollen bis zu 50 Prozent von dem zurückbekommen, was sie in einem guten Jahr im Monat Juni verdient hätten. Reichen die 210 Mio. Euro dafür nicht aus, bekäme jeder Bauer einen jeweils kleineren Anteil, sagte der Sprecher. Nach dem ursprünglichem Vorschlag der EU-Kommission hätte den Bauern maximal 30 Prozent zugestanden.

Bauern, die in Produktionsgemeinschaften organisiert sind, könnten auf bis zu 70 Prozent Entschädigung kommen. Europaweit ist im Schnitt ein Drittel der Landwirte in Gemeinschaften organisiert - so auch in Deutschland und Spanien. In Belgien und den Niederlanden dagegen gehören ihnen nahezu alle Bauern an, in Osteuropa kaum welche.
Als Grundlage für die Berechnung der Entschädigung gelten Preise für den Monat Juni der Jahre 2007 bis 2010. Der durchschnittliche Preis für Gurken lag laut Sprecher in diesem Zeitraum bei 48 Cent pro Kilo. Damit hätten die Landwirte also Anspruch auf bis zu 24 Cent pro Kilo, das im Zuge der EHEC-Krise vom Markt genommen wurde.

Bis zum 22. Juli müssten EU-Länder der Kommission mitteilen, wie hoch die Ausfälle der Bauern tatsächlich waren. Erst dann würden Hilfen berechnet und Gelder fließen können. Das Geld soll aus dem EU-Agrarhaushalt kommen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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