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Mineralwasser & Near Water

28.05.2008

Mit Convenience im Verpackungsbereich und Vielfalt bei den Sorten steigen die Preise – und das sichert den Brunnen wiederum höhere Margen. Dazu gibt es spannende Positionskämpfe zwischen den Marken.

Mineralwasser erfreut sich nicht nur wachsenden Absatzes sondern auch steigender Wertschätzung. Während die Handelsmarken nach wie vor den Preiseinstiegsbereich mit Billigangeboten abdecken, konnten die Markenartikel in den vergangenen Jahren kontinuierlich die Preise anheben. Mag. Detlef Klee, Senior Client Executive bei Nielsen, analysiert für die Handelszeitung: „2007 war für den Mineralwassermarkt ein gutes Jahr. Dabei spielten vor allem gestiegene Preise der Top-Marken bei noch etwas höherem Promotionanteil die Hauptrolle. Zweistellig im Umsatz konnte diesmal nur das Segment ‚Ohne CO2‘ wachsen. Die in den Vorjahren boomenden Bereiche ‚Near Water‘ wie auch ‚Wenig CO2‘ kommen dabei auf geringere Zuwächse, performten aber dennoch überdurchschnittlich. Bei Mineralwasser exklusive Near Water waren die Kleingebinde, die PET-Einweg 1,5 Liter und der PET-Mehrweg-Bereich die Wachstumsträger.“
Ohne Fleiß kein Preis
Die Cash Cows der Mineralwasserbrunnen sind eindeutig die Near-Water-Getränke. Ohne diese relativ junge aber boomende Getränkekategorie wären wohl einige Quellen mangels Wirtschaftlichkeit versiegt. Bereits ein Viertel des Mineralwasser-Umsatzes im Lebensmittelhandel wird mit Near-Water-Getränken erwirtschaftet.
Erhöhte Sensibilität für gesunde Ernährung sowie der Wellness-Trend kommen den Abfüllern natürlich zupass, auf den Lorbeeren ausruhen darf sich freilich niemand. Convenience ist heute auch, oder vielleicht gerade, beim natürlichsten aller Lebensmittel eine Unabdingbarkeit. Angesichts der Tatsache, dass in Österreich bestes Wasser (fast gratis) aus der Leitung kommt, müssen schon gute Argumente für den Kauf abgefüllter Alternativen ins Treffen geführt werden. Und das sind, neben den Inhaltsstoffen, vor allem die Verpackungen.
Auf die Plätze …
Wie man auf dem Marketingklavier die richtigen Töne anschlägt, zeigt etwa Marktführer Vöslauer vor: Im Lebensmittelhandel, wo Vöslauer 80Prozent des gesamten Ausstoßes absetzt, konnte im Vorjahr der wertmäßige Marktanteil bei Mineralwasser (ohne Near Water) von 41,6 auf knapp 42% gesteigert werden. Die Frage, wie weit dieser Anteil noch zu steigern sei, lässt Vöslauer-Vorstand Dr. Alfred Hudler offen, er sei aber guter Hoffnung, „dass während der Fußball-Europameisterschaft nicht nur vermehrt Bier getrunken wird.“ Eigens für die EURO hat Vöslauer die sogenannten Sport-Flaschen im Fußball-Design und mit einer Tröte im Verschluss entwickeln lassen.
Erfreulich für Vöslauer entwickelte sich auch der Near-Water-Bereich. Vöslauer Balance hält hier einen wertmäßigen Marktanteil von rund 25% und liegt damit an zweiter Stelle hinter Römerquelle Emotion (55%).
… fertig, los!
Auf einen Erfolgsrun blickt auch die Kobersdorfer Waldquelle zurück:Mengenmäßig hatte sich die Waldquelle bereits im Vorjahr den zweiten Platz im Nielsen-Ranking erkämpft. Mit dem Jahreswechsel ist das auch wertmäßig gelungen. Knapp, aber doch, hat die Waldquelle (12,7 %) der Römerquelle (12,5 %) den Rang abgelaufen. Aus Marktuntersuchungen weiß Waldquelle-Chef Herbert Czech, dass die Waldquelle von den Konsumenten hervorragend beurteilt wird. „In einer aktuellen Gallup-Marktuntersuchung loben 47% der Befragten das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Waldquelle steht zwar für value for money, aber auch für Frische, Natürlichkeit und Familie. Das müssen wir am Markt noch stärker vermitteln“, so Czech. Im übrigen sieht sich die Waldquelle für die kommende Saison gut gerüstet: Neu sind die Gebindegröße 1 Liter PET und der Sportverschluss.
Während Platz 1 im Mineralwasser-Markt fix vergeben scheint, beobachten wir ein spannendes Rennen um die Plätze 2 und 3. Susanne Lontzen, Communications Manager beim Römerquelle-Eigentümer Coca-Cola, dazu: „Der Wassermarkt in Österreich ist hart umkämpft. Wir arbeiten stetig daran, unsere Position im Lebensmittelhandel wieder zu stärken. Seit Ende letzten Jahres setzen wir viele Schritte im Handel, um mit und für Römerquelle frischen Schwung in den Wassermarkt zu bringen.“ So ist seit einigen Wochen die neue Römerquelle PET-Flasche im Handel erhältlich, die sich durch ihre handliche Form und modernes Design auszeichnet.
Starke Konzentration
Mit den o. g. Strategien haben sich die Top-Marken von den Mitbewerbern im LEH bereits deutlich abgesetzt. Bei Mineralwasser haben die drei größten Abfüller (Vöslauer, Waldquelle und ­Römerquelle) zusammen einen wert­mäßigen Marktanteil von mehr als 67%. Noch signifikanter ist die Konzentration im Bereich Near Water – hier halten die beiden Top-Marken (Römerquelle Emotion und Vöslauer Balance) zusammen wertmäßig 80% Marktanteil.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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