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Mintel: Europa liegt bei Premium-Eigenmarken weit vorn

25.04.2018

2017 kamen mehr als die Hälfte aller weltweit neu eingeführten 'Premium' Eigenmarken aus Europa. Das unterstreicht wie wichtig der Premiumfaktor in Europa im Vergleich zu anderen Regionen ist. Vor allem für den Einzelhandel ist er ein entscheidendes Mittel zu Differenzierung. 

"Handelsmarken haben eine neue Stufe in ihrer Evolution erreicht. Verbraucher erwarten inzwischen, dass Eigenmarkenprodukte die Qualität von Markenprodukten haben oder sogar übertreffen. Da sich Verbrauchereinstellungen in diese Richtung entwickeln, sind Einzelhändler bestrebt, ihre Handelsmarkensortimente zu verbessern“, erklärt Katya Witham, Global Food und Drink Analystin bei Mintel. Laut der neuen Studie , die auf der Mintel Global New Products Database (GNPD) basiert, waren im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte (57%) aller weltweit neu eingeführten 'Premium' Eigenmarken aus Europa. Nordamerika (22%) und der Asiatisch-Pazifische Raum (16%) liegen auf Platz zwei und drei.

Deutschland und Frankreich im Premium-Fieber

Nur 11 Prozent aller Eigenmarken im globalen Lebensmittel- und Getränkemarkt wurden als Premium vermarktet, das zeigt welchen hohen Stellenwert leistbare Premiumprodukte mittlerweile in Europa haben. Den meisten Anklang finden die 'Premium' Handelsmarken für Speisen und Getränke in Deutschland und Frankreich: 41 Prozent der Deutschen und 37 Prozent der Franzosen haben im letzten Quartal Produkte aus solchen Sortimenten gekauft. In Frankreich (37%) und Polen (35%) sind Premium-Eigenmarken sogar beliebter, als die als besonders günstig vermarkteten Gegenstücke (29 Prozent bzw. 28 Prozent).

Der Preis ist heiß, die Qualität auch  

Zwar ist der Preis nicht mehr das Hauptargument für den Kauf von Eigenmarken, aber er ist für viele immer noch eine wichtige Überlegung. Mehr als sieben von zehn Verbrauchern in wichtigen europäischen Märkten (80% in Deutschland, Italien und Spanien, 77 % in Frankreich und 76 % in Polen) geben an, dass sie die Preise zwischen Marken- und Eigenmarkenprodukten vergleichen. Die Verbraucher sind vor allem der Ansicht, dass sich die Qualität von Handelsmarkenprodukten in den letzten Jahren verbessert hat. Ganze 80 Prozent der Spanier bestätigen, dass die Produkte hochwertiger geworden sind. Mit dieser Meinung sind sie nicht alleine in Europa: Italiener (75 Prozent), Deutsche (73 Prozent) und Franzosen (72 Prozent) sehen die Sache sehr ähnlich. Die Einzelhandelsketten haben offensichtlich erkannt, dass Handelsmarken einer der Hauptbereiche sind, durch den sie sich im Markt differenzieren können. Denn der Premiumfaktor entspricht nicht nur den zunehmend anspruchsvolleren Geschmack der Kunden, er rechtfertigt auch einen höheren Preis für viele Verbraucher.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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