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Mit Hausverstand in die nächsten Jahre

28.05.2008

Billa. Wertschöpfung, Regionalität und Qualität lassen sich mit Aktionspolitik gut vereinbaren. Doch Tiefpreisschlachten gehören der Vergangenheit an.

Für die Zukunft hat sich Billa in Österreich einiges vorgenommen. Die Handelszeitung hat dazu den Vorstand befragt.

Handelszeitung: Welchen Fokus setzen Sie 2008/2009?
Mag. Volker Hornsteiner: Wir setzen unseren, vor rund einem Jahr eingeschlagenen, Weg kontinuierlich fort. Konkret bedeutet das, dass wir unsere Kompetenz bei Lebensmitteln täglich aufs Neue beweisen, mit motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern, und dabei immer die Preiswürdigkeit im Fokus behalten. Ein weiterer Schwerpunkt ist nach wie vor die Modernisierung der Filialen.
Ihre Schwerpunkte liegen auf gesunder Ernährung, hoher Qualität der Waren, Wertschöpfung. Wie lässt sich das mit den derzeit diskutierten Preissteigerungen vereinbaren?
Für uns sehr gut. Wir haben letztes Jahr bei der Präsentation der neuen Unternehmensstrategie gesagt, dass wir Verantwortung übernehmen und den Österreichern hochwertige, möglichst natürliche und leistbare Lebensmittel sowie kompetente Information zur Verbesserung der individuellen Lebensqualität zur Verfügung stellen. Das machen wir u.a. mit unserem Programm „Meine 10“. In der dritten und aktuellen Auflage von „Meine 10“ finden Stammkunden ein attraktives Angebot aus Frische-Produktgruppen - mit allem, was für die tägliche, ausgewogene Ernährung benötigt wird.
Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Aktionspolitik? Auch in Hinblick auf die 300 Produkte aus Ihrem Sortiment, die den Preis die nächsten Monate „halten“ werden?
Es war immer schon Ziel von Billa, den Konsumenten attraktive Angebote zu bieten. Allerdings gehören die Tiefpreisschlachten der Vergangenheit an. Mit der Präsentation unserer weiterentwickelten Unternehmensstrategie im Jahr 2007 haben wir aufgezeigt, dass wir uns von der Preisaggressivität hin zur Preiswürdigkeit entwickelt haben. So haben wir mit dem Billa-DauerBilligpreis das bisherige Aktionsmodell durch ein neues Preismodell ersetzt, das den Konsumenten verlässliche und berechenbare Dauerniedrigpreise bietet. Preisaktionen sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil im LEH.
Die „neuen“ Filialen sind optisch ein Highlight. Wie reagieren die Kunden auf den „neuen“ Billa? Würden Sie nochmals kurz das Konzept der neuen Filialen erläutern?
Die Kunden reagieren überaus positiv auf unser neues Erscheinungsbild. Letztes Jahr haben wir 106 Geschäfte modernisiert, für 2008 sind rund 90 Standortüberarbeitungen nach dem neuen Konzept geplant. Dabei entwickeln wir uns hin zur erlebnisorientierten Warenpräsentation. Die Frischemeile, mit den Bereichen Brot & Gebäck, Feinkost, Obst & Gemüse haben wir in den Eingangsbereich gelegt, um den Kunden bereits beim Betreten der Filiale die volle Lebensmittelkompetenz zu zeigen. Generell lassen wir die Frische der Ware sprechen und lenken daher bewusst nicht mit üppigen Ladenbausystemen von den Produkten ab. Die breiten Gänge bieten mehr Bewegungsfreiheit, und auch in der Kassenzone gibt es jetzt mehr Raum. Wir haben die Regale nach den neuesten architektonischen Kenntnissen optimiert und setzten mit eher unüblichen Materialien, wie beispielsweise Stein, Akzente in der Filialgestaltung. Mit den verschiedensten Gestaltungselementen möchten wir den Kunden zusätzlich zu unserem umfangreichen Sortiment auch ein besonderes Einkaufserlebnis bieten.
Wie stehen Sie zu Ausbildung Ihrer Mitarbeiter? Wie werden diese geschult, um „am Ball“ zu bleiben?
Die Aus- und Weiterbildung der rund 16.000 Mitarbeitern spielt bei Billa eine große Rolle und hat daher einen hohen Stellenwert. Denn Lebensmittelkompetenz zu beweisen, bedeutet für uns auch Ausbilder qualifizierter und motivierter Mitarbeiter im Lebensmittelhandel zu sein. So haben wir mit Jahresanfang unser zweites Billa-Ausbildungszentrum eröffnet – nach Wien folgte ein weiteres in Wörgl in Tirol. Die neuen Ausbildungszentren vereinen Theorie mit Praxis unter einem Dach: Sie beherbergen Schulungsräume für die angehenden Führungskräfte von morgen und da unsere Mitarbeiter auf dem Weg ihrer Ausbildung praxisnah auf die Anforderungen ihres Berufes vorbereitet werden, gibt es im direkten Anschluss der Ausbildungszentren auch Billa-Filialen. Schließlich wird nicht nur mit echter Ware gearbeitet, sondern gleich nebenan in der Filiale geübt, an einer „richtigen“ Kassa zu arbeiten. Durch diese Verbindung werden die in den Schulungsräumen vermittelten und geübten Fertigkeiten weiter vertieft. Damit vereinen wir jetzt sämtliche Ausbildungsprogramme unter einem Dach. Bisher hatten wir einzelne Schulungsräume an Filialen angeschlossen. Wir sind aber an Kapazitätsgrenzen gestoßen und wollten einen zentralen Ort, an dem wir unsere Mitarbeiter professionell schulen können.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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