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Mit Venus zum Erfolg im Einzelhandel

23.11.2006

Nach dem Motto „Wir sind zwar nicht stark, aber dafür viele“, könnte man die Situation der Frauen im Einzelhandel Österreichs bezeichnen. Sie arbeiten hauptsächlich „an der Front“: an den Kassen und in der Kundenbetreuung.

In der Beschäftigtenstatistik des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort: Der Handel in Österreich beschäftigte zum Stichtag 31.1.2006 insgesamt 502.944 Arbeitnehmer (ohne geringfügig Beschäftigte) und somit um 4.368 mehr als im Vorjahr. Erstmals ist damit die Marke von einer halben Million druchbrochen worden. Seit 1998 ist ein Zuwachs von 28.000 Personen zu verzeichnen. Im Einzelhandel waren zum Stichtag 240.348 Personen beschäftigt, im Großhandel 188.396. Der Rest arbeitet im KFZ-Handel und in Tankstellen. Mit 261.806 Personen sind mehr als die Hälfte der Beschäftigten Frauen, im Einzelhandel sogar zwei Drittel.
Exakte Angaben über die Zahl der Frauen im Lebensmittelhandel waren nicht eruierbar, jedoch sagen die Statements der Handelsorganisationen schon einiges aus. „Wir wissen, dass ca. 75 % unserer 33.000 Mitarbeiter Frauen sind“, bestätigt Spar-Unternehmenssprecherin Mag. Nicole Berkmann. „Bei den Kaufleuten kann man das nicht so sagen, denn Paare arbeiten ja sehr oft gemeinsam im Geschäft. Auch wenn ein Geschäft auf den Mann läuft, heißt das noch lange nicht, dass nicht auch die Ehefrau volle Kauffrau ist“, so Berkmann.
Die Spar AG hat ein Programm für Wieder­einsteigerinnen: Wenn eine Frau bei ihren Kindern zu Hause bleibt und das über mehrere Jahre, dann verliert sie mit der Zeit Ansprüche aus den Vordienstzeiten. Die Spar rechnet die Vordienstzeiten immer an. „Damit wollen wir den Frauen, vor allem jenen, die schon mal bei uns gearbeitet haben, den Wiedereinstieg erleichtern. Wir profitieren davon, dass vorhandenes Know-how erhalten bleibt“, beweist Berkmann das Engagement.
Unterstützung bei Wiedereinstieg
Bei verschiedenen Einzelbetrieben gibt es dann zusätzliche „frauenfreundliche“ (also eigentlich „familienfreundliche“) Lösungen: So bietet zum Beispiel die Kauffrau Ursula Eybel aus Eibiswald einen Mittagstisch an. Sie wurde auch schon mehrfach als „frauenfreundlicher Betrieb“ ausgezeichnet.
Im Europark in Salzburg hat die Spar einen Betriebskindergarten, der von den Mitarbeitern des Europarks und der Spar-Hauptzentrale benutzt werden kann. In vielen Fällen gibt es besondere Arbeitszeitvereinbarungen, die mit den Ansprüchen der Kinder abgestimmt sind.
Bei der Rewe Group Austria und ihren Handelsfirmen sind rund 32.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Der Anteil an weiblichen Arbeitnehmern beträgt dabei rund 77%.
Frauen, die nach der Karenz wieder in den Berufsalltag einsteigen, erhalten wie alle anderen Arbeitnehmer Einschulungen in jenen Bereichen in denen ein Informationsdefizit besteht. Daher gibt es keine speziellen Schulungsprogramme für Wiedereinsteigerinnen.
Bei der Dienstplanerstellung durch Filialleiter, Marktmanager oder Shop Manager wird der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten speziell berücksichtig, um im Rahmen des machbaren Frauen mit Kind(ern) familienfreundliche Dienstzeiten zu ermöglichen.

Generell ist festzustellen, dass mehr als 65% der Angestellten im Einzelhandel Frauen sind, diese jedoch vornehmlich in „Nicht-Führungspositionen“ arbeiten. „Im Handel in Österreich schätzen wir einen Frauenanteil von rund 7% in Führungspositionen“, so Mag. Peter Voithofer von der KMU-Forschung. Der Grund, warum so viele Frauen gerne im Handel arbeiten, ist auch die Flexibilität der Arbeitszeit, vor allem Teilzeitarbeit. Als Motiv, in Teilzeit zu arbeiten, geben die meisten Arbeitnehmer die Vereinbarkeit mit Betreuungspflichten an. Dahinter folgt als wichtigster Grund die größere Flexibilität bei der Einteilung der Arbeit.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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