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Mitten ins Kundenherz

07.05.2007

Einem einzelnen Konsumenten ins Zentralnervensystem zu blicken ist – in der Laborsituation und dank der Methoden funktioneller Kernspintomographie – heute bereits durchaus machbar. Auf diese Weise kann man sehr gut beobachten, welche Reaktionen der Anblick einer vertrauten Marke beim potentiellen Kunden auslöst – wirklich, das geht!

Schwieriger wird’s, wenn man wissen will, wie sich ein bestimmter Geschäftsstandort in Zukunft entwickeln wird. Hier sind Methoden der Marktforschung, Tiefeninterviews mit Passanten, Kundenstrom- und Standortanalysen erforderlich. Wenn man seine Hausaufgaben aber gewissenhaft gemacht hat, dann bekommt man aber auch hier aussagefähige Daten – und davon meistens eine ganze Menge.
Im Fall der Landstraßer Markthalle in Wien liegen wohl alle diese Daten bereits längst vor. Das heiße Eisen „Sanierung oder Liquidierung“ beschäftigt indessen sowohl Politiker als auch Betroffene, „Stadtgespräche“ sollen geführt werden, um die definitive, für 31. Jänner 2008 geplante Schließung doch noch zu verhindern.
Tatsächlich: Die Rollläden von insgesamt 55 Standlern sollen für immer hinuntergehen. Natürlich sind einige der Standler gar nicht so traurig über die Schließung, denn sie haben ein Alter erreicht, wo eine großzügige Ablöse ohnehin attraktiver erscheint, als das Weiterwurschteln unter den jetzt gegebenen Rahmenbedingungen.
Und trotzdem: Ein rein rationales Herangehen an die Problematik, auch unter Einbeziehung der gesamten Datenlage, wird der Sache nicht gerecht. Denn man darf nicht vergessen, dass der von vielen Kunden oft lautstark geäußerte Wunsch nach funktionierender Nahversorgung in der Praxis nicht immer zu realen Kaufakten führt. Selbst wenn das Komitee „Rettet die Markthalle“ Erfolg hat, ist die Akzeptanz der Standeln noch immer nicht für alle Zukunft sichergestellt. Dazu braucht es nämlich mehr als eine gewonnene Runde im Match gegen das Projekt Wien-Mitte. Ein Herz für Kunden, attraktive Sortimente, hygienische Rahmenbedingungen und, ja – auch eine gesunde Eigenkapitaldecke.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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