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Motorradreise 2002

30.09.2002

Die Westautobahn ist diesmal das Band, das uns - bis kurz nach Amstetten - unserem Treffpunkt Gmunden näher bringt. Bei Oed verlassen wir die Autobahn und stürzen uns ins Abenteuer. Ruhigere Bundes- und Landesstraßen bringen uns nach Steyr, von hier geht's weiter über Bad Hall zum Treffpunkt in Gmunden. An einer Tankstelle stoßen - unplanmäßig, aber wie ausg'macht - weitere Tourteilnehmer zu uns. Jetzt sind wir bis auf einen Biker komplett und reiten in Gmunden ein.

Im Gasthaus Pernkopf, besser bekannt als "Gasthof Grünberg am See", erwartet uns eine gedeckte Tafel zum Mittagessen. Stefan Gröss, der noch fehlende Teilnehmer unserer Gruppe, wartet hier auf uns und hat sich's schon schmecken lassen. Nach einem lukullischen Hochgenuss und einem beinahe ungetrübten Blick auf den Traunsee werfen dann 8 Motorradfahrer ihre Bikes zum offiziellen Start der Tour an:
Herbert "Mir nach" Grill, Geschäftsführer von Nagel Austria, Johann "Geleitschutz" Enne, rollender Supermarkt-Betreiber aus dem Weinviertel, und seine Waltraud - auch bekannt als "höchstens 300 km" -, Franz "Bier macht munter" Wallner, Landesinnungsmeister der burgenländische Fleischer, mit seiner Hannelore "der Fürsorglichen" am Sozius, Kurt "Das Lenkrad" Preissegger, Stefan "I hob scho amoi aungfaungan" Gröss, Fleischhauer aus Weissenbach/Triesting, Gabi "der Stachel" Jiresch und Wolfgang "die Kassa" Friedrich, beide Redaktion Handelszeitung.
Wir gleiten den Traunsee entlang nach Süden bis Ebensee. Nach Bad Ischl biegen wir Richtung Postalm ab.

Die Sonne lacht dazu, als wir ohne feste Ordnung und jeder seinen PS entsprechend die Postalm erklimmen. Oben genießen wir die Natur und schütteln die Glieder. Beinahe wehmütig scheiden wir später von der Postalm und rollen Richtung Golling und weiter nach Norden bis Hallein. Von dort weg bedarf es beinahe eines Scouts, um zum 1. Nachtquartier in Adnet zu finden. Dafür ist das Hotel "Hubertushof" eine echte Wellness-Oase. Am Berghang oben gelegen, bietet sich ein beeindruckender Blick ins Tal und auf den noch fast wolkenlosen Himmel. Aber die Wettervorhersage lässt für morgen Düsteres ahnen.

Das Abendessen im Hubertushof, die gute Stimmung und beste Laune verhindern fast, dass wir die Wolkenbrüche und Gewitter mit bekommen, die draußen zu toben begonnen haben. Wie wir am nächsten Morgen aus den Nachrichten erfahren sollten, ist vor allem das Triestingtal stark betroffen, ein Umstand, der unseren Stefan zwingt, die Tour vorzeitig abzubrechen. Die (überschwemmte) Fleischerei ruft.

Am Freitag Regen und nichts als Regen. Ein paar von uns nutzen den hauseigenen Indoor-Pool zum Schwimmen, andere warten auf Wetterbesserung. Bald wird klar, dass wir den Tourplan nicht einhalten werden können. Wir beschließen, in der näheren Umgebung zu bleiben und noch eine 2. Nacht - außer Plan, versteht sich - im Hubertushof zu schlafen.
Damit wir nicht die Regenanzüge umsonst mit geschleppt haben, ziehen wir selbige an und verlassen unser Quartier - bei strömendem Regen und begleitet von so manchem Kopfschütteln Einheimischer - Richtung Wiestal. Unterwegs glaubt Herbert Grill wegen einer Panne schon an einen Fluch: "Jedes Mal, wenn ich mitfahre, muss ich ein Bike reparieren." Wir veranstalten einen Anti-Fluch-Zauber und er ist beruhigt.

Die Landschaft ist auch durchs regennasse Visier des Helms wunderschön. Und wenn wir schon durcheinander gekommen sind, sollte es auch ein Gastgeber sein: Gerhard Woerle, Käseprofi aus Henndorf am Wallersee, bereitet unserer Gruppe einen wunderschönen Empfang, führt uns durch seinen Betrieb und weiht uns beim anschließenden Käsebuffet in die Geheimnisse des Käsemachens ein. Ein nachträgliches Lob und herzlichen Dank für Woerles Flexibilität, denn unser Besuch war ursprünglich erst für den Samstag geplant.
Gebildet, satt und nur mehr außen nass erleben wir das Wiestal auch bei Dunkelheit, sind beeindruckt und rauschen wieder im Hubertushof ein.
Am Samstag hat der Wettergott ein Einsehen und bestärkt uns darin, heute nach Deutschland zu fahren. Schließlich war das erklärte Ziel die "Deutsche Alpenstraße", und was wir uns vorgenommen haben, machen wir auch. Über Berchtesgaden springen wir schließlich auf die Alpenstraße und wundern uns über das schöne Wetter. Später, bei einer Rast, sagt uns eine Kellnerin: "Ah, gestern hot's bei uns überhaupt ned g'regnt." Ein schwacher Trost.
Die deutsche Alpenstraße entlang fahren wir nach Schneizelreuth, biegen dort wieder nach Süden, über den Steinpass und Unken nach Lofer, dann über den Pass Strub und Waidring bis Erpfendorf. Dann rechts ab nach Norden, nach Kössen und weiter über Walchsee und Niederndorf über die Grenze ins Bayrische Oberaudorf.
Die Sonne lacht weiterhin, lacht sie mit uns, oder lacht sie über uns?
Die weitere Route führt uns über eine sehr kurvenreiche Strecke (das ist's, wonach wir dürsten!) nach Bayrischzell und schließlich nach Schliersee. Dort essen wir direkt am See zu Mittag und überlegen, ob wir baden gehen sollen. Es ist heiß.

Danach besuchen wir den Tegernsee (im Vorbeifahren) und orientieren uns nordwärts Richtung München. Ebersberg, Wasserburg, Altenmarkt und Trostberg lassen wir hinter uns. Bei Tittmoning überqueren wir wieder einmal die Grenze nach Österreich, auf einem idyllisch gelegenen Grenzübergang, den die meisten von uns wahrscheinlich ohne Tour niemals zu Gesicht bekommen hätten.

Das schöne Wetter haben wir den Bayern weg- und nach Österreich mitgenommen. Es begleitet uns (von einigen Bewölkungen abgesehen) über Eggelsberg und Mattighofen, Straßwalchen und Timmelkamm, bevor wir zum letzten Quartier unserer Reise kommen. Beim "Holzwirt" in Puchkirchen strecken wir die müden Glieder, lassen uns einen weißen Schilcher die Kehle hinunter rinnen und freuen uns aufs Abendessen. Zünftig und unter bester Bewirtung lassen wir dann die Tour Revue passieren und kommen zu dem Schluss: Nach dieser Tour kann uns auf dem Bike kein Unwetter mehr schrecken.

Nach dem sonntäglichen Frühstück ist die Tour zwar offiziell beendet. Aber die Gruppe bleibt zusammen bis zum Mittagessen auf dem Hengstpass. Dort machen die Wallners kehrt, um ihre Pflicht auf der Welser Messe bei der "Forum Fleisch" zu erfüllen. Die übrigen Bikes bleiben zusammen bis in die "Kalte Kuchl". Es beginnt wieder leicht zu nieseln. Als ich zuhause auf den Tachometer schaue, stelle ich fest: 1.354 km sind's ja doch geworden.

Unser Plan für 2003:
Das Drei-Länder-Eck Österreich - Slowenien - Italien.
Wolfgang Friedrich

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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