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Der Alkohl aus Altbrot wird derzeit statt für Getränke für nach WHO-Empfehlung hergestellte Desinfektionsmittel verwendet.

MPreis: Desinfektionsmittel aus Altbrot

30.03.2020

Dass die Bäckerei Therese Mölk aus Brot von gestern Hochprozentiges brennt ist nichts Ungewöhnliches. Neu produziert die hauseigene Brennerei statt Gin und Ansatzschnaps nun Desinfektionsmittel für MPreis Mitarbeiter und Kunden. 

Desinfektionsmittel sind derzeit Mangelware. Wegen des Coronavirus werden diese knapp – die Nachfrage ist enorm. Um Mitarbeiter und Kunden dennoch zu schützen, kommt nun Hilfe aus der hauseigenen Brennerei der Bäckerei Therese Mölk, einem Produktionsbetrieb der Firma MPreis. 

Nachhaltiger Brotalkohol wird zu Desinfektionsmittel 

Für gewöhnlich wird in der neuen 600-Liter-Brennanlage, welche letzten Herbst eröffnet wurde, aus Altbrot nachhaltiger Alkohol gebrannt und zu Gin, Likör und Ansatzschnaps verarbeitet. Aufgrund der aktuellen Lage und dem Mangel an Desinfektionsmittel machte der ehemalige Bäckereileiter Friedrich Mölk aus der Not eine Tugend: „Aus hochprozentigem Brotalkohol produzieren wir ab sofort Desinfektionsmittel für die eigenen Filialen, Mitarbeiter und Kunden.“ 

Rezeptur der WHO 

Im Hause Mölk werden zwei Arten von Desinfektionsmitteln hergestellt: Zum einen zur Reinigung von Oberflächen in den Filialen, zum anderen zur Händedesinfektion für Kunden und Mitarbeiter vor Ort. Die Produktion ist einfach, die Rezeptur dafür kommt von der WHO. „Der Wirkstoff im Desinfektionsmittel ist hochprozentiger Alkohol, ergänzt mit Wasserstoffperoxyd und Glyzerin,“ erklärt Mölk. „Daraus erhalten wir ein sehr hochwertiges Desinfektionsmittel.“ 

Produktion von 5.000 Litern 

In einem ersten Schritt werden 5.000 Liter für den Eigenbedarf produziert. Dafür benötigt die Bäckerei Therese Mölk 4.000 Liter nachhaltigen Reinalkohol. Dieser wird aus über 25 Tonnen Altbrot, zur Vermeidung von Lebensmittelmüll, gewonnen. Der Großteil des benötigten Alkohols ist bereits als Vorrat für die Verarbeitung zu Spirituosen lagernd. Der Brennkessel läuft auf Hochtouren, um die benötigten Mengen zur Verfügung zu stellen. Bereits kommende Woche sollen die MPreis Filialen mit der begehrten Flüssigkeit aus der hauseigenen Brennerei beliefert werden. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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