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Nährboden für Skandale

26.03.2008

Der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger (V) hat in der Diskussion um die gestiegenen Lebensmittelpreise davor gewarnt, dass Billigkeit zum Nährboden für Skandale werden könne.

BSE, Dioxinfutter und Gammelfleisch seien die Folge eines "Auspressens" des Agrar- und Lebensmittelsektors gewesen, argumentierte er in einer Presseaussendung am Freitag. Der Landesrat wies darauf hin, dass Lebensmittel intelligente Produkte seien und viel Arbeit dahinter stecke. Billigere Lebensmittel würden unweigerlich zu einer Lohnsenkung bei einer Berufsgruppe führen, den Bauern, die auf keinen Fall zumutbar sei.

Er appellierte auch an den Handel, bessere Preise in Richtung Landwirtschaft durchzulassen. Gerade bei Fleisch wäre dies derzeit dringend notwendig.
Die Preisdiskussion brauche besondere Sensibilität und auch Behutsamkeit, wenn nicht falsche Signale und auch falsche Entwicklungen ausgelöst werden sollten: "Wohin Billigkeit um jeden Preis bei Lebensmitteln führt, kann man sich in Großbritannien, Belgien oder Deutschland anschauen. BSE, Dioxinfutter oder Gammelfleischskandale waren dort als Konsequenz eines Auspressens des Agrar- und Lebensmittelsektors die Folge. Wer den Tisch ordentlich gedeckt haben will, sollte auch bereit sein, einen arbeitsgerechten Preis für die Lebensmittel zu bezahlen", appellierte Stockinger.
Wer keinen "Ramsch" haben wolle, sondern Regionalität, Frische und Geschmack schätze, greife zu heimischen Produkten, erklärte der Agrarlandesrat. Bestätigt sieht er sich durch den österreichischen Lebensmittelbericht. Dieser zeige, dass die Österreicher beim Lebensmittelkauf zu allererst auf die Herkunft achten, der Preis rangiere auf Platz fünf der Kaufentscheidung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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