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Nestlé-Chef Mark Schneider

Nestlé: Neue Wege zu mehr Gewinn

27.09.2017

Durch die Konzentration auf wichtige Wachstumsfelder, soll der Gewinn wieder angekurbelt werden. Der kürzliche Tod von L‘Oréal-Erbin Liliane Bettencourt eröffnet dem Konzern neue Möglichkeiten. 

"Um den immer rascher werdenden Veränderungen im Markt gerecht zu werden, verschärfen wir unseren Fokus auf Innovation, operative Effizienz und Portfoliomanagement.", erklärt der neue Nestlé-Chef Mark Schneider seine neue Strategie für den Konzern. Er will Nestlé umbauen und profitabler machen. Dabei setzt der deutsche Manager auf Wachstumsbereiche wie Kaffee, Tier- und Säuglingsnahrung sowie Wasser. Weniger rentable Branchen, wie das US-Süßwarengeschäft sollen verkauft werden. Damit soll der bereinigte Umsatz des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns mit Marken wie Maggi oder Nescafe auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen (2016: 16%).  

Harte Zeiten durch bewusste Konsumenten

Zuletzt war der Großkonzern so langsam gewachsen, wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Grund dafür ist der weltweite Trend zu gesunder und bewusster Ernährung. Konsumenten machen zunehmend einen Bogen um Fertigprodukte und setzten auf frische Nahrungsmittel und lokale Anbieter.

Das niedrige Wachstum stimmte auch den Investor Third Point nicht gerade positiv. Mit hohen Forderungen nach einem Aktienrückkauf, höheren Gewinnen und einem teilweisen Firmenumbau setzte man Nestlé-Chef Schneider unter Druck. Daraufhin hatte der Schweizer Konzern sein geplantes Aktienrücklaufprogramm von bis zu 20 Mrd. Franken angekündigt, das gleichmäßig auf drei Jahre verteilt werden soll, vorgezogen. Eigentlich war es schwerpunktmäßig erst ab 2019 geplant.

Erste Schritte in die Zukunft

Auch in Sachen Hautpflege haben sich die Kundenbedürfnisse anders entwickelt, als das Angebot des Konzerns. Das Geschäft mit Hautprodukten (Nestle Skin Health) ist nicht gewinnbringend. Statt Cremen greifen die Kunden immer mehr zu Spritzen oder zu Produkten die oral eingenommen werden. Diesen Geschäftszweig will Schneider in den nächsten Jahren sanieren und ausbauen. Erste Maßnahmen: Der Abbau von 550 Stellen bei der französischen Hautgesundheitstochter Galderma. Die betroffenen Mitarbeiter sollen zwar teilweise in einem neuen Forschungszentrum unterkommen, wo dieses liegt, ist derzeit noch nicht bekannt.

Außerdem kündigte Nestlé vor kurzem die Schließung der Hautcremefabrik im Schweizer Egerkingen an. Dafür will man in Zukunft das vielversprechende Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten  als zusätzliche „Wachstumsplattform“ nutzen. (https://www.handelszeitung.at/handelszeitung/nestle-erobert-neue-branchen-152133 ).  

Neue Wege geht der Produzent von Nescafé und Nespresso auch in Sachen Kaffee. Nestlé ist mit einer Mehrheitsbeteiligung von rund 68 Prozent beim amerikanischen Edel-Röster Blue Bottle Coffee eingestiegen. Bis Ende des Jahres sollen aus den aktuell 30 übernommen Cafés schon 55 werden.

L’Oréal als Käufer von Nestlé Anteilen?

Der Tod der L’Oréal Erbin Liliane Bettencourt könnte für Nestlé zusätzliche Veränderungen bringen. Die Anteile an dem Kosmetikkonzern durften zu Lebzeiten der Millionenerbin weder von der Gründerfamilie noch von Nestlé (hält derzeit über 23 %) erhöht werden. Es könnte ohne weiters sein, dass der Schweizer Konzern seine Anteile an L‘Oréal verkauft, oder den Hersteller von Lancome-Kosmetik und Garnier-Shampoos sogar selbst übernehmen wird. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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