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Nestlé will gesünder werden

04.06.2018

Ernährungstrends geben dem internationalen Nahrungsmittelkonzern einiges zu tun. Um die Produktentwicklung zu verbessern werden dieses Jahr die zuständigen Schweizer Abteilungen zusammengelegt. Außerdem hat sich der Konzern dazu verpflichtet das bestehende Sortiment gesünder zu machen.

"Der Erfolg von Nestle baut darauf, den sich schnell ändernden Ansprüchen der Konsumenten weltweit zu entsprechen. In diesem dynamischen Umfeld ist eine führende Entwicklung der Schlüssel, um am Markt zu gewinnen", sagte Nestle-Chef Mark Schneider. Der erste Schritt um den Kundenwunsch nach Gesundheit zu erfüllen war bereits die Zielsetzung, den Zucker- und Salzgehalt in seinen Lebensmitteln zu reduzieren. So sollen die Nestlé-Lebensmittel in Zukunft um weitere 5 Prozent weniger Zucker (seit 2000 -34%), sowie 10 Prozent (seit 2005 -20%) weniger Salz enthalten. Bei Produkten, die die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für gesättigte Fette überschreiten, will der Nahrungsproduzent ebenfalls eine Kürzung um zehn Prozent vornehmen.

Ein Zentrum für mehr Neuheiten     

Im vergangenen Jahr hat der Konzern bereits 1,7 Mrd. Franken (1,5 Mrd. Euro) in Forschung und Entwicklung investiert - den Großteil davon in der Schweiz. Damit soll die Weiterentwicklung aber noch nicht vorbei sein. Nestle legt jetzt seine beiden Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in der Schweiz zusammen. Mit dem Umbau ab Anfang Juli 2018 will der Nahrungsmittelkonzern die Zusammenarbeit der Entwickler verbessern und dafür sorgen, dass Innovationen schneller auf den Markt kommen. Das neue Forschungszentrum, Nestle Research, wird wie die vorherigen Abteilungen in Lausanne angesiedelt sein und 800 Leute beschäftigen. Die Zusammenstellung neuer Produkte, die Trends wie „vegan“ oder „glutenfrei“ entsprechen, soll aber insbesondere dabei helfen das zuletzt maue Wachstum anzukurbeln und kleineren Rivalen Paroli zu bieten.

Thomy erhält Verjüngungskur

Bei der Nestlé-Saucen-Marke Thomy wurde bereits mit der „Verjüngung“ und der Erschließung neuer Marktsegmente begonnen. In den kommenden Wochen sollen in der Schweiz insgesamt 24 Produktneuheiten, wie die Range "World inspired Tastes" lanciert werden. Thomy soll vor allem mit gekühlten Salatsaucen, im Premium-Segment, sowie Saucen mit exotischen Geschmacksrichtungen wachsen. Der Riese der Nahrungsmittelindustrie will damit vermehrt die jüngere und anspruchsvollere Zielgruppen der „Millennials“ erreichen, die jede Mahlzeit zu einem Erlebnis machen wollen. Im Österreichischen Lebensmittehandel werden die „trendigen“ Thomy-Neuheiten aber nicht erhältlich sein. Denn die neuen Dips, wurden speziell für den Schweizer Markt konzipiert und dem schweizer Geschmack angepasst.

Globale Initiative für gesünderes Leben

Im Kontrast zum Food-Trend Nachhaltigkeit und Wohlbefinden, steht die Tatsache, dass viele Familien noch immer nicht ausreichend Zugang zu nährstoffreichen Lebensmitteln haben. Auch an dieser Baustelle will Nestlé Hand anlegen. Das Programm "Nestlé for Healthier Kids" beinhaltet die Entwicklung gesünderer Produkte und Informationsangebote für Familien zu den Themen Ernährung und Bewegung. Ziel der Initiative ist bis 2030 50 Millionen Kindern zu helfen, ein gesünderes Leben zu führen. „Kinder nehmen bereits in frühen Jahren lebenslange Angewohnheiten an. Deshalb wollen wir die Eltern darin bestärken, für ihre Kinder eine gesündere Wahl zu treffen", so Schneider. Das Programm umfasst folgende Maßnahmen:

  • Zusatz von mindestens 750 Millionen Portionen (80 g) Gemüse zu ihren Produkten;
  • Zusatz von mindestens 300 Millionen Portionen (16 g) ballaststoffreichem Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen zu ihren Produkten;
  •  Reduzierung des Zuckergehalts um weitere 5%. Reduzierung des Salzgehalts um weitere 10%.
  • Seit 2005 hat das Unternehmen den Salzgehalt um über 20% reduziert;
  • Vollständige Umsetzung der 2014 eingegangenen Verpflichtung zur Reduzierung der gesättigten Fettsäuren in allen relevanten Produkten, welche die WHO-Empfehlungen nicht erfüllen
  • Der Ausbau von Programmen und Online-Angeboten, die Eltern und Betreuern genauere Kenntnisse über Ernährung, gesunde Rezepte bereitzustellen. Im Jahr 2017 ist es Nestlé dank 300 weltweiter Partnerschaften gelungen, mehr als 14 Millionen Kinder zu erreichen.
  • Jährlich wird ein Drittel des Produktportfolios überarbeitet, um es durch den Zusatz von noch mehr Obst, Gemüse, ballaststoffreichem Getreide und Mikronährstoffen weiter zu verbessern. Beispiel dafür sind die jüngsten Produkteinführungen wie die Gerber Grabbers Strong Veggies Obst-und Gemüsepürees, das Nido Bio-Milchpulver und die Nesquik Alphabet Vollkorn-Frühstückscerealien mit reduziertem Zuckergehal

 

 

(apa/AF)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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