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Bei der Bilanzpressekonferenz (v. l. n. r.): Vorstand Werner Knausz, Aufsichtsratvorsitzender Alfred Berger und Vorstand Christoph Scharff.

Niedrigste Lizenzgebühr der Geschichte

12.05.2015

2014 war für die Altstoff Recycling Austria AG ein erfolgreiches Jahr: Bei der getrennten Verpackungssammlung kamen um rund 9000 Tonnen mehr zusammen, und auch beim Papier gab es ein deutliches Plus von 7600 Tonnen. Nur beim Glas gab es einen geringfügigen Rückgang. Wie es 2015 nach der kompletten Marktöffnung weitergeht, sei noch nicht absehbar, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz.

Gute Nachrichten für Umwelt und Wirtschaft: Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) konnte im Jahr 2014 die Erfassungsquote bei der getrennten Verpackungssammlung von 835.500 t auf 844.900 t steigern und somit der Umwelt rund 670.000 t CO2-Äquivalente ersparen. Der Anstieg um über 9000 t oder knapp über 1 Prozent ist zum Teil auf die Integration der Öko-Box zurückzuführen, die zu einer Steigerung der Leichtverpackungssammlung führte (+ 3200 t). Einen deutlichen Zuwachs gab es auch bei Papier mit einem Plus von 7600 t. Bei Glas war mit einem Minus von 1500 t ein geringfügiger Rückgang zu verzeichnen. Metall- und Holzverpackungen konnten das hohe Vorjahresniveau halten. Gleichzeitig gingen die Kosten für die Wirtschaft von 135,8 Mio. Euro auf 132,7 Mio. Euro zurück – eine Folge gesunkener Lizenztarife. Diese lagen 2014 bei durchschnittlich 123 Euro/Tonne (2013: 126 Euro/Tonne), den „niedrigsten in der 22-jährigen ARA-Geschichte“, wie ARA-Vorstand Werner Knausz sagt.

Keine Monopolstellung mehr
Von insgesamt 844.900 Tonnen fallen 524.700 t in den Haushalts- und 320.200 t in den Industrie- und Gewerbebereich. 805.000 t davon wurden stofflich und thermisch verwertet, das sind rund 95 Prozent. Einziger Wermutstropfen: Die Pro-Kopf-Sammelmenge an Verpackungen und Altpapier aus Haushalten lag 2014 mit 116,5 kg etwas unter dem Vorjahreswert von 117,4 kg. Dazu kommt, dass ARA seit Anfang 2015 auch im Haushaltsbereich keine Monopolstellung mehr hat. Neben ARA und Austria Glas Recycling (AGR) haben vier weitere Sammelsysteme eine Zulassung erhalten. Naturgemäß führt dies zu einer Verschiebung der Marktanteile. Die ARA hält aktuell bei einem Marktanteil zwischen 75 und 80 Prozent.

Partner blieben Großteils treu
ARA-Vorstand Knausz analysiert: „Die Marktentwicklung zeigt uns zweierlei: Erstens, dass der Wettbewerb – soweit wir es derzeit beurteilen können – funktioniert. Es gibt Bewegung im Markt, Unternehmen suchen sich gezielt ihr bevorzugtes Sammelsystem aus. Zweitens sehen wir, dass wir unseren Kunden ein überzeugendes Angebot bieten. Der überwiegende Teil unserer Partner hat uns weiterhin das Vertrauen ausgesprochen.“ Knausz sieht das auch als Bestätigung für die Leistung der Vergangenheit: „Erst im Wettbewerb sieht man, wie gut man wirklich ist.“ Die ARA-Gruppe hat sich also nicht umsonst zwei Jahre auf die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen vorbereitet: Durch die eigentumsrechtliche Verschränkung mit der Austria Glas Recycling und der Öko-Box und eine umfassende Dienstleistungsoffensive hat sich die ARA bestmöglich für die Marktöffnung gerüstet.

Erfolgsgeschichte mitgeschrieben
Nichtsdestotrotz wird 2015 für die ARA das wahrscheinlich spannendste Jahr seit ihrer Gründung. Die Herausforderungen für das laufende Jahr und die weitere Zukunft sieht ARA-Vorstand Christoph Scharff an zwei Fronten: „Einerseits müssen wir im Wettbewerb unsere Kunden noch stärker von unseren Vorzügen überzeugen. Gleichzeitig gilt es, die Gesamtsituation im Blick zu behalten. Denn obwohl wir jetzt auch bei Haushaltsverpackungen nur ein Anbieter unter mehreren sind, fühlen wir uns weiterhin dafür verantwortlich, dass die Erfolgsgeschichte der getrennten Verpackungssammlung in Österreich fortgeschrieben wird. Dass Effizienz und Umweltschutz vereinbar sind, zeigen über 20 Jahre ARA.“

Kampf gegen Trittbrettfahrer
ARA-Aufsichtsratschef und Eigentümervertreter Alfred Berger, der zugleich im Vorstand der Nöm ist, will Wettbewerbsverzerrungen dadurch verhindern, dass die Verpackungsverordnung strenger vollzogen und Kontrollen wirksamer werden. „Unternehmen, die korrekt ihren Verpflichtungen nachkommen, dürfen nicht gegenüber jenen benachteiligt sein, die die gestiegene Komplexität des Systems ausnutzen und sich aus ihrer Verantwortung stehlen“, so Berger. Er sieht auch bei der noch offenen Abgeltungsverordnung Handlungsbedarf. Für Restmüll werden rund 19 Mio. Euro veranschlagt, die an die Kommunen fließen sollen. Der geplante Start, 1. Juli 2015, werde nicht halten, da sich die beteiligten Unternehmen (Handel, Industrie und Kommunen) professionell auf die Umsetzung vorbereiten müssten. Berger sieht eher den November als möglichen Start.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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