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Novomatic steigt bei Dayli ein

28.11.2012

Schnell ein Spielchen am Mini-Roulette-Tisch, während man seine Milch einkaufen geht? Das könnte in Zukunft die Situation in allen Dayli-Märkten sein, denn der Glücksspielkonzern Novomatic, eines der reichsten Unternehmen Österreichs, ist beim Schlecker-Nachfolger mit einer Finanzspritze eingestiegen.

Dayli Chef Rudolf Haberleitner

Die Bank hat Rudolf Haberleitner zwar nicht gesprengt, den Glücksspielkonzern Novomatic jedoch kräftig zur Kasse gebeten. Das Gumpoldskirchner Unternehmen lässt sich das Engagement bei Haberleitners Nahversorgerkette Dayli mindestens 20 Millionen € kosten. Das geht aus dem Lagebericht der aktuellen Dayli-Bilanz, die dem WirtschaftsBlatt vorliegt, hervor. Die Gesamtsumme ist jedoch noch höher. Bei dem größten Teil der Novomatic-Zuflüsse handelt es sich um eine Kapitaleinlage, ein kleinerer Teil besteht aus einem Gesellschafterdarlehen, das Dayli zurückzahlen will. Auf diesem Weg soll die Aufnahme von Bankkrediten vermieden werden. Novomatic, jetzt mit 50 Prozent Hälfteeigentümer, soll der einzige Investor bleiben: "Wir können jetzt schon schneller agieren als vorher, wir brauchen keinen Partner mehr", sagt Haberleitner.

 

Die Eigenkapitalquote hat eine Berg-und Talfahrt hinter sich und soll zu Jahresende bei 78 Millionen€ zum Liegen kommen. Die ursprünglich 268 Millionen € schmolzen durch Investitionen um 100 Millionen €sowie durch die 95-prozentige Abschreibung der 166,9-Millionen-€-Forderung an die Ex-Mutter Schlecker Deutschland zeitweise auf unter zehn Millionen €. Durch Neubewertung der Filialen in Italien und Polen soll der derzeitige Stand von 18,6 Millionen € um 60 Millionen € steigen. Weitere Abschreibungen von Forderungen an die Ex-Mutter schließt Haberleitner aus: "Wir sind von einer Gläubigerquote von fünf Prozent ausgegangen, wahrscheinlich liegt sie aber bei zehn Prozent." Damit würden rund acht Millionen € zurückkommen.

 

Rekordverlust 2011 Durch die Abschreibungen an Schlecker Deutschland, die in die Bilanz 2011 gepackt wurden, kam es zu einem Rekordverlust von 154 Millionen €, nach neun Millionen Plus 2010. Haberleitner erwartet heuer einen Betriebsverlust zwischen acht und zehn Millionen €. 2013 soll das Ergebnis auf EBIT-Basis positiv sein.

 

Die Tagesumsätze haben sich inzwischen erholt: 2011 lagen sie bei einer Million €, 2012 sanken sie durch die Turbulenzen der Schlecker-Deutschland-Insolvenz auf 300.000 €. Derzeit liegen sie laut Haberleitner bei 650.000 bis 700.000 €.Den konsolidierten Umsatz für 2012 bezifferte er mit rund 400 Millionen €. Bis 2016 soll Dayli 1,2 Milliarden € Umsatz in 21 Ländern machen. Laut "Österreich" ist für 2016 auch ein Börsegang angedacht.

Quelle Wirtschaftsblatt

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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