Direkt zum Inhalt
Das beliebteste Zahlungsmittel der Österreicher ist nach wie vor Bargeld

Nur Cash ist fesch

04.04.2017

Allen Unkenrufen zum Trotz haben die Sprüche „Nur Bares ist Wahres“ oder „Nur Cash ist fesch“ noch immer ihre Gültigkeit. Eine Studie der Österreichischen Nationalbank belegt, dass Bargeld noch immer das beliebteste Zahlungsmittel ist.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Antwort der österreichischen Bevölkerung auf die Frage nach dem beliebtesten Zahlungsmittel kaum geändert. Trotz neuer Bezahlmethoden und unzähliger Debatten über die Abschaffung des Bargelds dominiert das Bargeld nach wie vor ganz deutlich die Zahlungen in Österreich. Die OeNB führt seit dem Jahr 1996 Umfragen zum Zahlungsverhalten der österreichischen Bevölkerung durch – mit dem stets gleichen Hauptergebnis: Bargeld ist das in Österreich am meisten genutzte Zahlungsmittel. So auch bei der letzten Umfrage 2016 durchgeführten Umfrage bei der 82 Prozent (81,8%) aller Bezahlvorgänge und 65 Prozent (64,9%) des Zahlungsvolumens auf Bargeld entfielen.

Barzahlung trotz Kartenakzeptanz

Laut den OeNB-Experten Helmut Stix und Codruta Rusu ist ein Teil des hohen Bargeldanteils darauf zurückzuführen, dass es in manchen Bereichen (z. B. in Restaurants) und bei kleinen Beträgen eine eingeschränkte Kartenakzeptanz gibt. So schwankt die Möglichkeit, mit Karte zu zahlen, erheblich nach Zahlungsort (von 14 % bei Käufen auf dem Flohmarkt bis 94 % bei Tankstellen) und nach Betragshöhe (von 56 % aller Zahlungen unter 5 EUR bis 87 % über 50 EUR). Dass die Kartenakzeptanz allein als Erklärung nicht ausreicht, zeigt der Umstand, dass Bargeld in Österreich nicht nur für Kleinbeträge unter 25 EUR, sondern auch oft für Transaktionen mit hohen Beträgen zum Einsatz kommt: Fast die Hälfte (47,2 %) der Transaktionen über 100 EUR wurden in bar beglichen.

Einen weiteren Erklärungsansatz für die hohe Bargeldnutzung liefern die Konsumentenpräferenzen, das heißt, dass die Befragten gemäß ihren Vorlieben bezahlen und jenes Zahlungsmittel wählen, das diesen am besten entspricht. Mehr als die Hälfte (55 %) gab an, in einem Geschäft vorzugsweise bar zu zahlen – auch dann, wenn Kartenzahlungen möglich wären. 30 % zahlen grundsätzlich lieber mit Karte. Insgesamt wäre es laut subjektiver Einschätzung der Befragten bei 72 % aller Barzahlungen möglich gewesen, mit Karte zu zahlen.

Besserer Ausgabenüberblick

Die Ergebnisse zeigen, dass Barzahler in allen sozio-demografischen Gruppen stark vertreten sind und somit nicht alleine an Charakteristika wie Alter, Einkommen etc. festgemacht werden können. Am deutlichsten unterscheiden sich die beiden Gruppen darin, welche Eigenschaften eines Zahlungsmittels gewünscht werden. Sowohl Bar- als auch Kartenzahler legen Wert darauf, dass Zahlungen einfach, schnell und praktisch sind, wobei Kartenzahler diese Funktion von Karten eher erfüllt sehen. In fast allen anderen Bereichen bewerten aber selbst Kartenzahler Bargeld besser. Barzahler legen zusätzlich Wert auf geringe Zusatzkosten, wollen einen besseren Überblick über ihre Ausgaben und legen Wert auf Anonymität.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thema
18.06.2019

Der Kartenanbieter hat seine Studie aus 2016 zum mobilen Bezahlverhalten wiederholen lassen. Der Ergebnisvergleich zeigt eindeutige Trends.

Thema
04.06.2019

Die Verbraucher in Österreich gaben 2018 im LEH und DFH insgesamt rund 23,1 Milliarden Euro für Produkte des täglichen Bedarfs aus. Das sind lediglich 0,4 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor. ...

HV-Geschäftsführer Rainer Will und Markus Inzinger (GF Otago Online Consulting) präsentierten am 22. Mai die Studie.
Thema
24.05.2019

Die A-Lage in der digitalen Welt ist die erste Ergebnisseite der Suchmaschine Google. Wer es dorthin nicht schafft, wird vom Konsumenten schlicht nicht wahgenommen. Aber wie steht es um die „ ...

"Fleisch", das nie Teil eines Tieres war, könnte die Zukunft der Ernährung sein, meint eine aktuelle Studie.
Thema
24.05.2019

Laut einer Studie der internationalen Unternehmensberatung A.T. Kearney werden im Jahr 2040 bis zu 60 Prozent der Fleischprodukte nicht mehr von Tieren stammen.

Fachmarktgebiete: Für den Handel gut, für die Stadtplaner eine Herausforderung
Handel
15.05.2019

Die heimischen Fachmarktgebiete haben sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Für Händler sind sie so etwas wie ein „Händler-Wohlfühl-Paket“ und damit eine starke Konkurrenz für ...

Werbung