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Österreich entdeckt die Lust am Schuh

14.06.2006

Bestes Ergebnis seit 15 Jahren. Der Schuhhandel verzeichnet ein Plus von 4,7 Prozent. Gut zu Fuß - Männer geben deutlich mehr für Schuhe aus. (Quelle: RegioPlan Consulting)

Nach Jahren der Umsatzverluste und nur leichten Zuwächsen im Jahr 2004, präsentierte der Schuheinzelhandel 2005 ein fulminantes Ergebnis mit einem sensationellen Umsatzplus von 4,7 Prozent und steigenden Quadratmeterumsätzen. Alle anderen Branchen verzeichnen aufgrund steigender Verkaufsflächen geringere Quadratmeterumsätze - der Schuhhandel macht nun vor, dass es auch anders geht.

Trend: Männer entdecken die Lust auf Schuhe
Die Österreicher geben wieder mehr Geld für Schuhe aus: Zwar übersteigen die Ausgaben der Frauen die der Männer um fast das doppelte, doch das "starke" Geschlecht scheint langsam auf den Geschmack zu kommen. Seit 2003 haben Männer um 7 Prozent mehr für Schuhe ausgegeben!

Trend: Zum Teil dramatische Verluste bei Kooperationen!
Waren es bisher vor allem einzelne, unternehmergeführte Händler, die immer mehr unter Druck gerieten, so sind es nun vermehrt auch die großen Kooperationen, die sich an die härteren Marktbedingungen anpassen und ihre Strukturen überdenken müssen. Lose Zusammenschlüsse verlieren zum Teil dramatisch Marktanteile.

2005 - das Jahr der Schuhe!
Mit 2,3 Prozent ist der Anteil des Schuhhandels am gesamten österreichischen Einzelhandel recht bescheiden, alles andere als bescheiden ist dagegen die aktuelle Umsatzentwicklung, wie die neueste Studie von RegioPlan zeigt: 2005 erzielte der Schuhhandel einen Umsatzzuwachs von 4,7 Prozent. Befürchtungen, dass große Bekleidungsketten, die immer öfter auch Schuhe in ihrem Sortiment führen, die Schuhbranche kannibalisieren könnten haben sich nicht bewahrheitet. Auch der Sportartikelhandel konnte dem traditionellen Schuh-geschäft bislang nicht den Rang ablaufen. Rosige Aussichten auch für 2006: RegioPlan prognostiziert einen Zuwachs von 2,5 Prozent. Damit scheinen die kargen Jah-re im Schuhhandel endgültig vorüber zu sein.

Einmalig im Brachenvergleich: Steigende Quadratmeterumsätze!
Umstrukturierung und Optimierung stand bei vielen Filialisten ganz oben auf der Liste - meist einhergehend mit einer Erweiterung der Fläche. Neben der kontinuierlichen Schließung von unrentablen Geschäften ist das der Grund, warum sich die Entwicklung zu steigender Verkaufsfläche (+1,3 Prozent) trotz sinkender Outletzahlen (-3,5 Prozent) auch 2005 weiter fortsetzt. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache, dass entgegen aller Trends die Quadratmeterumsätze im Schuhhandel steigen - um beachtliche 3,3 Prozent.

Männer und Schuhe?
Zugegeben, Frauen sind beim Schuhe kaufen nicht zu schlagen: 53 Prozent der Verbrauchsausgaben (VA) 2005 entfielen auf Damenschuhe. Doch die Herren der Schöpfung ziehen nun kräftig nach. Seit 2003 sind die Ausgaben für Herrenschuhe um 7 Pro-zent gestiegen, ohne Sportschuhe immerhin noch um 5,7 Prozent. Gleichzeitig sinken die Ausgaben der Frauen. Interessant: Die Ausgaben für Sportschuhe steigen kräftig, seit 2003 insgesamt um fast 12 Prozent, für Kinder gar um 18 Prozent. In Zeiten von Überge-wicht und Bewegungsmangel eine interessante Entwicklung.

Der Betriebstyp macht den Unterschied

- Die Filialisten sind im Vergleich der Betriebstypen die klaren Gewinner: Der Marktan-teil der Filialisten lag 2005 bei 57 Prozent, der Anteil an der Verkaufsfläche im Schuh-handel gar bei 66 Prozent. Gründe für die positive Entwicklung der Filialisten sind unter anderem die kontinuierliche Optimierung der Outlets, die Konzentration auf gute Lagen sowie effiziente Marketing- und Werbeaktivitäten.

- Der unternehmergeführte, nicht in Kooperationen organisierte Händler ist nach wie vor das Sorgenkind der Branche. Meist in schlechteren Lagen und nicht in der Lage, sich veränderten Bedingungen rasch anzupassen, sind sie die ersten, die ihre Standorte schließen müssen. 2005 jedoch haben sie weniger Verluste in Kauf nehmen müssen als kooperierte Händler. Das lässt sich darauf zurückführen, dass die meisten unrentablen Geschäfte bereits während der "mageren" Jahre für den Schuhhandel geschlossen werden mussten. Die übrigen profitieren von der positiven Entwicklung im ge-samten Schuhhandel - die Lage entspannt sich.

- Kooperationen sind an sich eine gute Sache - wenn sie effizient sind. Gerade dieser Betriebstyp hat 2005 zum Teil dramatische Einbußen erlitten. Waren Kooperationen bisher wenig angetastet, zeigen sich aufgrund der schärfer werdenden Konkurrenz folgenschwere Schwächen in den Strukturen. Jene Kooperationen, die mehr sind als reine Einkaufsgenossenschaften, jene, die straff organisiert sind, die ihren Mitgliedern auch die Erfüllung von Kriterien abverlangen und eigene Marketingstrategien entwickeln, können gelassen in die Zukunft blicken. Für die anderen herrscht akuter Handlungsbedarf.

Top-Filialisten im Hoch!
Leder & Schuh konnte im Vergleich zum Vorjahr seinen Vorsprung noch vergrößern und festigt seine Position als Marktführer. Auf Platz zwei liegt unverändert Stiefelkönig. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Die Diskonter holen auf und werden noch weiter zulegen. Deichmann, Reno und Vögele haben ihre Expansionsvorhaben noch lange nicht abgeschlossen.

Rang Top 5 Filialisten nach Umsatz
1. Leder & Schuh
2. Stiefelkönig
3. Deichmann
4. Vögele
5. Reno

Quelle: RegioPlan Consulting GmbH " Schuhhandel Österreich - Ausgabe 2006"

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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