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Sigi Menz (Obmann des Brauereiverbandes) und Jutta Kaufmann-Kerschbaum (Geschäftsführerin des Brauereiverbandes)

Österreich ist Europameister bei Bier-Sommeliers

14.03.2017

In keinem anderen EU-Land ist der Ansturm auf die Ausbildung zum Bier-Sommelier so groß wie in Österreich. Das „Bierland Österreich“ gilt in Europa als Pionier in der Ausbildung. Der heimische Bierkonsum sank 2016 jedoch auf 103 Liter pro Kopf.

Österreich ist und bleibt ein „Bierland“. Mit einem heimischen Bierkonsum von  105 Liter pro Kopf im Jahr 2015 liegt  Österreich,  je nach Statistik,  entweder hinter Tschechien (143 l) und Deutschland (106 l) an dritter Stelle in Europa (Quelle: Statista) bzw. ist Vize-Europameister beim Biertrinken hinter Tschechien (135 l). Beim Ausbildungsangebot zum Bier-Sommelier nimmt Österreich aber den Spitzenplatz in Europa ein. Denn nur hierzulande existiert ein dreistufiges Programm: Vom Bier-Jungsommelier über den Biersommelier bis zum Diplom-Biersommelier.

Höchste Dichte an Diplom-Biersommeliers

An zehn Höher Bildenden Schulen bzw. Berufsschulen (Gastronomie und Hotellerie) bieten professionelle Bier-Sommeliers die Ausbildung zum Bier-Jungsommelier an. Die Schulen werden dabei von den jeweiligen regionalen Brauereien unterstützen. In den letzten zehn Jahren wurden so insgesamt 900 Jugendliche ab 16 Jahren zum Bier-Jungsommelier ausgebildet, der Frauen-Anteil beträgt beeindruckende 80 Prozent. Die Ausbildung kommt so gut an, dass die Kurse allesamt ausgebucht sind und es Wartelisten an den Schulungsstandorten von Vorarlberg bis Wien gibt. Weltweit wurden seit 2014 rund 3.000 Bier-Experten zu diplomierten Biersommeliers ausgebildet. Sommeliers gibt es von Europa bis Brasilien, Korea, China, USA, Japan und Mexiko. 320 der insgesamt 1.600 deutschsprachigen Experten sind Österreicher, womit unser Land weltweit die höchste Dichte an Diplom-Biersommeliers aufweist.

Inlandskonsum sank auf 103 Liter

Österreichs Brauwirtschaft konnte 2016 mit einem Gesamtausstoß von insgesamt 9,5 Mio. Hektoliter (inkl. alkoholfreiem Bier (AF-Bier) und Exporte; exkl. AF-Bier rd. 9,2 Mio. hl) und einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut zulegen. Der Konsum im Inland ging 2016 jedoch leicht zurück: Die Österreicher haben vergangenes Jahr  8,5 Mio. hl (-0,3 %; ohne AF-Bier) konsumiert, weshalb der Pro-Kopf-Genuss von 2015 auf 2016 von 210 auf  206 Krügel (knapp über 103 Liter; ohne AF-Bier) sank. Doch die  Anzahl der Braustätten ist von 214 auf 235 gestiegen. „206 Krügel pro Kopf und Jahr, eine Vielfalt von mehr als 1.000 österreichischen Bieren, eine wachsende Zahl an Brauereien und immer mehr top-ausgebildeten Spezialisten – damit ist sichergestellt, dass Österreich als klassisches Bierland künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen wird“, erklärt Sigi Menz, Obmann des Brauereiverbandes, stolz.

Lager und Märzen bleiben Lieblingsbiere

Die Lieblingsbiere der Österreicherinnen und Österreicher sind nach wie vor Lager und Märzen mit 5,4 Mio. hl (+1 %) sowie sonstiges Vollbier mit 1,3 Mio. hl (-1 %). Zulegen konnten Spezialbiere mit knapp 325.000 hl (+4 %) und Bockbiere mit rd. 20.500 hl (+5 %). Rückgänge gab es bei Leichtbier mit 6.200 hl (-37 %), Radler mit Alkohol mit 468.000 hl (-8 %) und Schankbier mit 368.000 hl (-6 %).

Autor:
Redaktion.Handelszeitung
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