Direkt zum Inhalt

Österreich setzt Maßnahmen gegen Steuerlücken

30.06.2017

Mit der Ratifizierung des multilateralen Abkommens gegen Steuervermeidung hat Österreich eine der wichtigsten Steuerreformen der letzten Jahre vorangetrieben. 

Nach Unterzeichnung des multilateralen Abkommens gegen Steuervermeidung (MLI) am 7. Juni in Paris durch 68 Staaten (darunter Österreich) hat der österreichische Nationalrat diesen Staatsvertrag rasch beschlossen. Damit ist Österreich eines der ersten Länder die das Gesetz ratifizieren. Erst nachdem fünf der insgesamt 68 teilnehmenden Staaten das Gesetz ratifiziert haben wird es in Kraft treten und Steuervermeidung verhindern.

Erleichterung für den Handel

Erwartungsgemäß werden die neuen Regelungen erst auf Besteuerungszeiträume ab dem ersten Mai 2018 zur Anwendung kommen. Dieser Stichtag bedeutet eine Erleichterung für den Handel gegenüber großen Onlinehändlern. Denn bisher konnten Vertreter des digitalen Handels, mit mehreren Logistikzentren in unterschiedlichen EU-Ländern ihre Steuerpflicht in EU-Ländern umgehen. Zukünftig soll die Möglichkeiten dazu zumindest eingeschränkt werden.

Die Contra-Seite

Mit dem in Kraft treten des Abkommens erliegen nicht nun ausländische Betriebe mit ihren österreichischen Betriebsstätten der Besteuerung hierzulande. Umgekehrt können auch heimische Betriebe mit ihren Geschäftseinrichtungen unter bestimmten Voraussetzungen im Ausland besteuert werden. Laut Iris Thalbauer, der Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist es noch unklar, wann das genau der Fall sein wird. Die WKÖ verlangt international einheitlich geregelte Kriterien für eine Steuerpflicht.

Die Lücke des Vertrags

Thalbauer hat eine weitere Forderung die Amazon und Co. betrifft. Die Logistikzentren der Webseiten befinden sich in verschiedenen EU-Ländern. Außerdem stellt eine Website in Österreich keine Betriebsstätte dar und gibt somit keinen Besteuerungsanknüpfungspunkt. Thalbauer will eine Anpassung des internationalen Steuerrechts an die heutige digitale Welt.

 

Werbung

Weiterführende Themen

Die Gewinner des Pitsches, twinster, goodbag und markta, mit den Sponsoren und Veranstaltern
International
21.01.2019

Zehn prominente österreichische Start-ups mit Retail-Fokus reisten am 17. Jänner nach Zürich, um ihre innovativen Geschäftsideen vor hochkarätigen Schweizer Investoren und Kooperationspartnern zu ...

Thema
08.01.2019

Das Verbot von Einwegtragtaschen aus Plastik wird nicht ausreichen, die EU-Recyclingziele 2025 zu erreichen - die ARA fordert einen weiter gehenden Aktionsplan. Die WKÖ widerspricht der ...

Eigentlich sollten die UTP-Richtlinien der EU die wirtschaftliche Position von klein- und mittelständischen landwirtschaftlichen Betrieben stärken - jetzt sitzen auch Unternehmen mit einer Umsatzgrenze von 350 Mio. Euro mit im Boot
Thema
19.12.2018

Die von der EU geplante UTP-Richtlinie, die eigentlich KMU in der Lebensmittellieferkette schützen sollte, wurde mit einem massiv ausgeweiteten Schutzumfang für Großunternehmen, in einer so ...

Insgesamt rechnet die WKÖ beim heurigen Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz von 112 Mio. Euro
Handel
19.12.2018

Das Weihnachtsgeschäft 2018 läuft schlechter als erwartet. Die Umsatzentwicklung im Einzelhandel (inklusive dem 3. Adventsamstag) liegt um 1 Prozent hinter dem Vorjahr. Zugelegt hat nur der ...

Die Arbeitnehmerseite macht Druck und hat für diese Woche Betriebsversammlungen einberufen
Handel
10.12.2018

Nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde für einen neuen Handels-KV rief die Gewerkschaft am Marienfeiertag zu Protestaktionen auf. Das Angebot der Arbeitgeber von 2,35 Prozent lag ...

Werbung