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Bei der Präsentation der AMA-Studie (v. l.): Michael Blass (Geschäftsführer der AMA-Marketing), Winnie Sonntag (Uni Göttingen) und Mario Zeppetzauer (Kunstuni Linz)

Österreicher stehen auf Kaffee mit Milch

30.05.2018

Anderswo kann der Kaffee nicht schwarz und stark genug sein. Österreich ist anders. Eine Studie der AMA anlässlich des Weltmichtages am 1. Juni ergab, dass die Österreicher ihren Kaffee am liebsten mit viel Milch trinken. Und: Das Milchglas feiert seinen 50er.

Rund um den Globus erfreut sich Kaffee großer Beliebtheit. Österreich macht da keine Ausnahme. Rund drei Tassen trinken Kaffee pro Person werden in der Alpenrepublik getrunken. Jeder österreichische Haushalt besitzt im Schnitt zumindest ein System zur Kaffeezubereitung. Nur wie genau trinken die Österreicher am liebsten ihren Kaffee? Die aktuelle Umfrage der AMA gibt darauf die Antwort: Am beliebtesten ist hierzulande Kaffee mit viel Milch.

Starke Frauenfront

Jede zweite Österreicherin mag ihren Kaffee am liebsten mit viel Milch, nur 24 Prozent mit wenig Milch. Bei den Männern sind es hingegen 27 Prozent, die das schwarze Getränk pur bevorzugen. Das gilt nicht nur für den privaten Konsum. Auch im Kaffeehaus und Restaurant stehen Kaffeevarianten mit viel Milch an der Spitze der Beliebtheitsskala, wie Cappuccino oder Melange. Caffe Latte ist eindeutig ein „Frauengetränk“, der kleine Schwarze die Bastion der Männer. Für die Zubereitung von Milchkaffees muss es eindeutig Frischmilch oder ESL-Milch sein. Nur fünf Prozent der Befragten schmeckt Haltbarmilch im Kaffee besser als die frischen Sorten.

Erinnerungen an die Kindheit

Die große Vorliebe für Milch zeigt sich auch in den Einkaufsgewohnheiten: Ein Viertel schätzt, dass mehr als vier Liter pro Woche eingekauft werden, 24 Prozent gehen von drei bis vier Liter pro Woche aus. 27 Prozent kaufen bis zu einem Liter pro Woche. Trotzdem gab es eine Zeit, in der mit viel Werbung der Absatz angekurbelt wurde. 1968 kämpften die Milchbauern mit einem großen Produktionsüberschuss. Deshalb wurde der „Bauernmilchwerbegroschen“ eingeführt und das Milchglas als Symbol für frische Milch geschaffen. Die erste Serie entstand im Glaswerk Stölzle im Waldviertel mit einer Auflage von drei Millionen Gläsern. Fast jeder Haushalt in Österreich hatte damals mindestens ein Milchglas im Geschirrschrank und viele Konsumenten dieser Generation verbinden damit Kindheitserinnerungen. Für Universitätsprofessor Mario Zeppetzauer von der Kunstuniversität Linz hat das Milchglas, mit seiner reduzierten und gleichzeitig markanten Gestaltung, das Zeug ein Designklassiker zu werden. Wenn es das nicht schon ist.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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