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Österreichischen Shopping Malls fehlt Innovation

07.11.2018

Die österreichischen Shopping Malls bewegen sich im Gegensatz zur Handelswelt nur langsam. Im Moment können die Shopping Center ihren Umsatz noch halten, doch die notwendigen Anpassungen fehlen laut RegioData bei vielen Zentren.

Österreichs Einkaufszentren stecken fest: Die aktuelle RegioData-Analyse der 100 größten Shopping Malls zeigt deutliche Signale einer Marktsättigung: gestiegene Leerstandsraten (2017: 5,4 % der Gesamtfläche), höherer Mieterwechsel (2017: über 900 Geschäfte). In den letzten drei Jahren gab es nur eine echte Eröffnung (ELI in Liezen), eine „Wiedererweckung“ (UNO Shopping in Leonding) und einige Erweiterungen bestehender Zentren (z.B. huma eleven in Wien). Sowohl das Interesse der Projektentwickler, als auch jenes des Handels an neuen Flächen ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Nur wenige der Centereröffnungen der letzten Jahre haben die Erwartungen voll erfüllt. Die Renditen für die Investoren sinken und generell und viele Handelsunternehmen haben in Zeiten steigender Onlineumsätze momentan andere Schwerpunkte, als neue Verkaufsflächen zu schaffen. Abgesehen von mehreren Projekten im Raum Parndorf und einigen kleineren Zentren gibt es lediglich nur mehr oder wenig Pläne zu Erweiterungen bestehender Shopping Malls.

Umsatzrückgänge

Momentan können die Zentren ihren Umsatz nach Halten. Die 100 größten Shopping Malls haben im Vorjahr insgesamt knapp 9,7 Mrd. Euro Umsatz erzielt, das entspricht etwa 14 Prozent aller in Österreich getätigten Einzelhandelsumsätze. Gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet das einen (nominellen) Zuwachs von 2 Prozent, der jedoch von der Inflation wieder komplett aufgefressen wurde. Für das heurige Jahr kann, je nach Wettersituation, nur ein nomineller Zuwachs von 1,0 – 1,5 Prozent, also vermutlich ein realer Verlust, erwartet werden. Die mit ca. 9 Prozent pro Jahr nach wie vor stark steigenden Onlineumsätze (Derzeit österreichweit bei insgesamt ca. 12 % des Einzelhandelsumsatzes) machen sich somit auch bei den großen Shopping Malls deutlich bemerkbar, zumal die Center auch Branchen mit einem wesentlich höheren Onlineanteil (Elektro, Bekleidung, Schuhe, Bücher, etc.) beherbergen.

Wenig Innovation

Die sich stark geänderten Kundenerwartungen erfordern auch massive Anpassungen des Handels und der Handelsstandorte, doch die österreichischen Zentrenbetreiber verhalten sich oft nicht besonders innovativ: Bei 50 Prozent der größten Malls in Österreich liegt der letzte größere Umbau bereits mehr als 10 Jahre zurück. Und während international bei neuen Zentren der Anteil der Gastronomie schon bei 15 – 20 Prozent liegt, stagniert er in Österreich seit Jahren bei etwa 6,5 Prozent. Ähnlich gering ist auch der Anteil an Entertainment und handelsnahen Dienstleistungen. Ebenso ist es mit der Multifunktionalität und generell der Innovationskraft bei den meisten Zentren nicht weit her, daher besteht die Gefahr, dass das eine oder andere Zentrum mit der Zeit „unpassend“ wird. Schon bei etwa 23 Prozent der größten österreichischen Shopping Malls besteht dringender Handlungsbedarf, weil die Umsätze nicht mehr passen, die Leerstände zu hoch sind oder einfach, weil das Center nicht mehr den aktuellen Kundenerwartungen entspricht. Ein Refurbishment oder sogar eine komplette Neukonzeption wäre in diesen Fällen nötig.

Bitte anpassen

Auf Grund der starken Online-Konkurrenz, die oft bessere Auswahl, Preis, Beratung und Bequemlichkeit bieten braucht es andere Anreize um Kunden in die Malls zu locken. Das könnte ewta Gastronomie sein, vielfältige Freizeitangebote, Entertainment oder generell Innovationen, die für „Überraschungen“ sorgen. Allgemein sollten die Shopping-Paläste multifunktionaler werden und auch Flächen für Events, mietbare Partyräume und –küchen, Pop-Up-Shops, Business-Lounges, temporären Arbeitsplätzen, Schulungsräumen, Kulturangeboten, innovativen Raumkonzepten, etc. anbieten. „Monofunktionale Handelsflächen auf der grünen Wiese werden es zukünftig schwer haben. Der Trend geht in eine andere Richtung: Städtisch integrierte Zentren mit einem Mix aus Handel, Gastronomie, Freizeit und persönlichen Dienstleistungen. Lediglich Ware herzuzeigen und zu hoffen, dass die Kunden sie nach Hause führen, wird zu wenig sein“, erklärt Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioData Research.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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