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Österreichs Hühnerfleisch wird Gentechnik-frei

22.02.2012

Die Handelsketten Hofer, Rewe Group (Billa), Spar und Zielpunkt stellen auf im Land produziertes gentechnikfreies Hühnerfleisch um. Putenfleisch soll folgen.

Im ersten Schritt kommen Frischgeflügelfleisch und zerlegte Ware aus kontrolliert gentechnikfreier Produktion in den Handel. Für verarbeitete Ware (z. B. Wurst) und Importware wird noch nach Lösungen gesucht.

Konsumenten erkennen die gentechnikfreie Ware am grünen Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt". Ab sofort ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus kontrolliert Gentechnik-freier Produktion in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden (insbesondere bei Hofer, REWE Group, SPAR, Zielpunkt).

Hühner- und Putenfleisch aus biologischer Produktion war immer schon garantiert Gentechnik-frei.

Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies einen gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter Soja durch kontrolliert Gentechnik-freie Ware ersetzt.

Gentechnik-freie Fütterung soll bei Mastgeflügel Branchenstandard werden

Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben, die rund 90 % des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken - Hubers Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch und Titz in der Steiermark sowie Wech in Kärnten - Gentechnik-frei gefüttert. Damit kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird.

 

Österreich: Bei Gentechnik-Freiheit führend in Europa

„Mit dem neuen, europaweit einzigartigen Schritt der Umstellung auf Gentechnik-freie Fütterung setzen Österreichs Geflügelwirtschaft und der Lebensmittelhandel einen entscheidenden Impuls in Richtung Qualität, Rückverfolgbarkeit und Gentechnik-Freiheit“, freut sich Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei.

„In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel am Markt. Allerdings: Im Bereich der Futtermittel aus konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund 600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast.

Einige Anteile - wie z.B. der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung - konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert Gentechnik-freie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die 80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit kontrolliert Gentechnik-freier Ware zu ersetzen, ist dies ein gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal“, erklärt Schörpf.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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