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Ottakringer Getränke AG präsentiert sich neu

26.03.2010

Ottakringer hat sich nach dem „Loskauf“ des langjährigen Mitaktionärs Brau Union im Herbst 2009 neu aufgestellt. Seit Herbst ist Ottakringer nicht nur mit Bier an der Börse. Unter das Dach der neuen „Ottakringer Getränke AG“ ist auch die Mineralwasserfirma Vöslauer gewandert.

Alfred Hudler, Sigi Menz und Christiane Wenckheim (v.l.).

Vor Ende des Jahres 2010 werden weitere bisher getrennt geführte und noch an der Eigentümerfamilienholding hängende Firmen hereinkommen. Vor allem die ungarische Brauerei Pecs sowie die Getränkefirma Kolarik. Beide bringen nochmals je 30 Millionen Euro Umsatz mit.

Für 2009 gibt es „zumindest nicht weniger" Dividende als 2008, sagte Konzernchef Sigi Menz bei der Bilanzpressekonferenz. Damals waren 77 Cent je Aktie ausgeschüttet worden. Mit der Getränkefusion ist 2009 aber die Zahl der Aktien gestiegen. Ottakringer-Kleinaktionäre, die bei der Vöslauer-Einbringung das Austauschverhältnis kritisiert haben, haben inzwischen den Kadi zur richterlichen Überprüfung angerufen, wie der Investor Rupert Heinrich Staller heute nach der Ottakringer-Pressekonferenz berichtete. Sie hielten die Wassersparte bei der Fusion für überbewertet.

Die Vöslauer AG ist erst seit Oktober 2009 im Börsekonzern konsolidiert. Zur Vergleichbarkeit hat der Konzern die Zahlen auch rückwirkend für 2008 dazugerechnet. Demnach hat die Ottakringer Getränke AG 2009 rund 3,32 Mio. hl Getränke verkauft, um 1,6 Prozent mehr als 2008. Davon waren 611.800 hl Bier, im sonst rückläufigen Biermarkt war das ein Plus von 3,3 Prozent. 2,7 Millionen hl waren alkoholfreie Getränke (plus 1,2 Prozent). Der gemeinsame Umsatz legte gegenüber den Pro-forma-Zahlen 2008 um 2,4 Prozent auf 164,4 Mio. Euro zu.

Rechnet man tatsächlich nur das letzte Quartal 2009 Vöslauer hinzu, kam Ottakringer 2009 auf 100,23 Mio. Euro (78,6 Mio. Euro) Umsatz. Das EGT wird nach vorläufigen Zahlen mit 6,70 (5,97) Mio. Euro angegeben. Der Konzern beschäftigt 363 Mitarbeiter.

In der Ottakringer Brauerei AG lag der Umsatz bei 80,2 Mio. Euro (plus 3,9 Prozent). Bei der Vöslauer Mineralwasser AG wurden 84,2 Mio. Euro (plus 1 Prozent) umgesetzt. Hier soll die Exportquote in den nächsten Jahren von 6,7 Prozent mindestens verdreifacht werden, berichtete Vöslauer-Chef Alfred Hudler.

Im Lebensmittelhandel hat Ottakringer mit Bier 7 Prozent wertmäßigen Marktanteil, in Wien ist es mehr als doppelt so viel. Vom Gesamtbierausstoß entfallen 10 Prozent auf Handelsmarken, wobei die für Hofer eingebraute Marke „Kühles Blondes" nicht als Handelsmarke gewertet wird, wie die Ottakringer-Brauerei-Chefin Christiane Wenckheim sagte. 40 Prozent des Ottakringer-Bierabsatzes erfolgt in Dosen.

Vöslauer ist mit einem wertmäßigen Marktanteil von knapp 42 Prozent im Lebensmittelhandel Marktführer bei Mineralwasser, im Near-Water-Segment liegt Vöslauer Balance mit knapp 27 Prozent Marktanteil an zweiter Stelle.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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