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Payback jetzt auch in Österreich

18.04.2018

Am 3. Mai ist es soweit, Payback kommt nach Österreich. Mit dem Bonusprogramm können Konsumenten bei mehreren Händlern gleichzeitig Punkte sammeln. dm ist einer der ersten mit an Bord. Datenschützer warnen aber vor den Nachteilen.

In Deutschland sammeln aktuell über 30 Millionen Menschen Payback-Punkte, pro Tag wird Payback vier Millionen Mal eingesetzt. Jetzt kommt das erste und bereits in fünf Ländern marktführende Multipartner-Bonusprogramm auch nach Österreich. Das Motto lautet „Ein Programm - viele Partner“. Zum Start sind über 40 renommierte Partnerunternehmen dabei, allen voran dm drogerie markt und Fressnapf. Bei anderen Partnern wie Austrian Airlines, eBay, Media Markt oder Saturn, oeticket, kann man nur online (www.PAYBACK.at) Punkte sammeln. Die Fast-Food-Ketten Burger King und Nordsee sollen in Kürze folgen. „In Deutschland ist dm schon seit dem Jahr 2000 ein sehr überzeugter Payback Partner. In Befragungen haben unsere Kunden in Österreich immer wieder das Anliegen formuliert, ein Programm für viele Partner nutzen zu können. Diesem Wunsch kommen wir nun nach“, freut sich Harald Bauer, Geschäftsführer von dm drogerie markt Österreich über die Partnerschaft mit dem Payback Partnerverbund.

So funktioniert es

Das kostenlose Programm funktioniert im Großen und Ganzen wie eine Kundenkarte: Mit einer Karte oder der Payback-App können Kunden bei allen Partnerunternehmen für ihren Einkauf Punkte sammeln, diese durch Coupons vervielfachen und für spezielle Angebote einlösen. Nutzer können für mehrere Unternehmen gleichzeitig Bonuspunkte sammeln, sodass rascher größere Punkteguthaben zum Einkaufen zusammenkommen. Über die App kann man die Coupons und Gutscheine auch verwalten, damit man sie jederzeit dabei hat.

Laut einer repräsentativen Studie von YouGov besteht hierzulande ein großes Interesse an einem Multipartner-Bonusprogramm. Denn die durchschnittlich fünf Kundenkarten die österreichische Konsumenten besitzen könnten durch eine einzige ersetzt werden. 87 Prozent der Befragten finden das Konzept attraktiver als bestehende Bonusprogramme in Österreich und 82 Prozent würden bei Händlern, die daran teilnehmen sogar häufiger vorbeischauen.

Die Kritik

Obwohl Payback selbst behauptet, das Datenschutz bei Ihnen an oberster Stelle steht, gibt es Kritik. Bernd Lausecker von VKI beklagt an der Plattform, dass Kunden oft nur geringe Vorteile hätten, sprich weniger von Prozent-Nachlässen profitieren. Im Gegenzug dafür wird das Einkaufsverhalten branchenübergreifend offen gelegt und man zahlt mit den eigenen Daten. Das System speichert bei jeder Kartennutzung alle Details des Einkaufs, also Ware, Preis, die vergüteten Punkte sowie Ort, Art und Zeitpunkt der Bezahlung. Daraus leitet Payback Kundenprofile ab und verschickt auf dieser Grundlage personalisierte Werbung, erklärt Markus Beckedahl, Netzaktivist und Chefredakteur der Initiative Netzpolitik. Zwar werde Werbung nur nach Zustimmung der Kunden zugeschickt, allerdings ist die Nutzung der App und der Karte ohne Zustimmung nicht möglich. Darüber hinaus soll der Anreiz immer in demselben Geschäft einzukaufen anstatt zur günstigeren Konkurrenz zu gehen gesteigert werden. Abgesehen davon sind teils große Einkäufe für relativ kleine Ermäßigungen notwendig. So rechnete der "Kölner Stadtanzeiger" vor, dass bei der Supermarktkette Rewe Kunden pro zwei Euro Einkauf einen Payback-Punkt erhalten. Ein Bräter der Firma WMF koste über das Rabatt-System 9999 Punkte. Daher muss man erstmal für 19.998 Euro bei Rewe einkaufen, um diesen Bräter zu erhalten. Im Vergleich kostet dasselbe Gerät bei andern Plattformen lediglich 95 Euro.  

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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