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Peter Röhrig, Geschäftsführer MAM Babyartikel

Peter Röhrig: „Babyfachhandel hier zu Lande nicht stark verbreitet“

10.04.2017

Peter Röhrig, Geschäftsführer MAM Babyartikel, sprach mit der Handelszeitung über die Zusammenarbeit mit dem Handel und die Möglichkeiten eines Babyartikel-Produzenten in Zeiten von Geburtenrückgängen.

Handelszeitung: Wie man weiß, ist für Mütter das Produkt im Vordergrund und nicht der Einkaufsort. Wie haben sie es mit MAM geschafft, begehrlich zu werden?

Peter Röhrig: Den Grundstein unseres Erfolgs legte die damalige Marktlücke. In den 70ern gab es keinen Schnuller, der medizinischen und optischen Ansprüchen genügte. Man musste sich entscheiden – formschön oder wissenschaftlich geprüft. Gemeinsam mit der Universität für Angewandte Kunst entwickelten wir ein einzigartiges Design und mit Kinderärzten gleichzeitig ein kieferfreundliches Produkt, das höchsten medizinischen Anforderungen entsprach. Et Voilà – der hybride Schnuller sowie unsere MAM-DNA waren geboren. Bis heute ist die Kombination aus Medizin und Design Prämisse für jedes Produkt. Hinter jedem MAM Schnuller, Fläschchen und Co. steht ein Experten-Team aus den Bereichen Wissenschaft und Design sowie ein langer Forschungs- und Entwicklungsprozess. Babyartikel müssen wahre Alleskönner sein: Widerstandsfähig, ergonomisch, kiefergerecht, sensibel zur Haut, hübsch und vor allem sicher. Durch diese Forschungsleistung konnten wir bereits zahlreiche Innovationen, wie den MAM Perfect – den Schnuller mit dem dünnsten Saugerhals – oder die ausgezeichnete MAM Easy Start Anti-Colic, auf den Markt bringen und verzeichnen mittlerweile mehr als 200 Patente.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Handel und wo sehen Sie Verbesserungen im Bereich Baby?

Peter Röhrig: In Österreich gibt es eine starke Konzentration auf den Drogeriefachhandel, der sich bei uns auf zwei große Player beschränkt. Der Babyfachhandel ist bei Weitem nicht so verbreitet wie in anderen Ländern. Diese Funktion übernimmt zum Teil auch der Möbelfachhandel. Eltern kaufen dort oftmals ihre Erstausstattung, darunter auch Schnuller, Fläschchen und Co. Länder wie Frankreich oder Spanien sind „Pharmazie-Länder“. Eltern kaufen dort vor allem in der Apotheke ihre Schnuller und Flaschen. Klar – die Regalfläche ist sehr eingeschränkt und der Konkurrenz-Kampf damit hoch. Wir hätten gerne mehr Produkte im Regal, da unser Sortiment weitaus größer ist, als im Handel sichtbar. Das Interesse an innovativen Produkten ist jedoch sehr hoch und genau durch diese punkten wir und wollen in Zukunft damit noch stärker vertreten sein.

Können Sie uns etwas über MAM und die wirtschaftliche Entwicklung (Zahlen, Fakten) berichten?

Peter Röhrig: In 40 Jahren haben wir uns von Wien Ottakring ausgehend zu einer Weltmarke entwickelt. Mittlerweile zählen wir zu einem der international erfolgreichsten Unternehmen in Sachen Babyartikel und verfügen über Produktionsstätten in Ungarn und Thailand. Denn nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern, wie USA, Großbritannien, Schweden, Israel, Brasilien und Chile, ist MAM Marktführer bei Schnullern. In Österreich haben wir z.B. einen Marktanteil von 57 Prozent im Schnuller-Segment. Aktuell zählen wir rund 700 Mitarbeiter weltweit. Wir verkaufen rund 70 Millionen Produkte pro Jahr in 60 Ländern auf allen Kontinenten.  Genauer: Jede Sekunde gehen zwei MAM Produkte über den Ladentisch. Zudem verzeichneten wir allein in den letzten Jahren beachtliche Wachstumsraten. Wir planen natürlich auch in Zukunft weiterhin zu wachsen und bauen dazu unter anderem unseren Produktionsstandort in Ungarn aus sowie siedeln unser Forschungszentrum im Burgenland auf ein größeres Areal um.

 

Das vollständige Interview mit Peter Röhrig, Geschäftsführer MAM Babyartikel,  finden Sie in der Handelszeitung Nr.8/2017.

Autor/in:
Gabriele Jiresch
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