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Sonntag in der SCS: Der Parkplatz ist nicht leer, Gastronomie und Kinos haben geöffnet - nur der Handel muss geschlossen halten.

Plädoyer für die Sonntagsöffnung

30.07.2019

Der Shoppincenterverband ACSC fordert eine teilweise Sonntagsöffnung zum zumindest teilweisen Chancenausgleich gegenüber dem Onlinehandel.

Der Einzelhandel steht derzeit unter großem Druck und dieser wird sich auch in absehbarer Zukunft wohl eher erhöhen denn reduzieren. Die Kundenfrequenzen gehen vielerorts – und hier nicht nur in den Stadt- und Ortskernen – zurück. In einer solchen stark disruptiven Phase muss umgehend und mit einem großen Maß an Flexibilität reagiert werden. Die Sonntagsöffnung ist in diesem Bezug ein immer wieder diskutiertes Dauerthema im österreichischen Handel!

Der ACSC (Austrian Council of Shopping Centers/Österreichische Fachvereinigung für Einkaufszenten) als Vertreter der Shopping Center in Österreich hat hierzu eine klare Position und fordert:

Die Sonntagsöffnung an 6 - 10 Sonntagen pro Jahr für ALLE Handelsbetriebe!

Warum?:
 Chancenausgleich mit dem E-Commerce. Das Internet als 24/7 Anbieter – und das an 365 Tagen im Jahr – hat hier (neben der bevorzugten Besteuerung) klare Vorteile. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten würde hier einen (kleinen) Wettbewerbsausgleich schaffen.
 Symbiose mit Entertainment/Gastronomie. In den letzten Jahren hat sich der Anteil an gastronomischen Nutzungen und jener von Freizeiteinrichtungen in Shopping Centern deutlich vergrößert. Das Shoppingerlebnis wird immer mehr als Freizeitbeschäftigung verstanden und mit einem Restaurant-, Kino, Fitnesscenter-, Bowling-Besuch etc. kombiniert. Oftmals finden diese Tätigkeiten am Sonntag statt, eine Kombination ist daher bis dato nicht möglich.
 Kaufkraftrückgewinnung bei Touristen. Der Devisenentgang für Österreich wurde an dieser Stelle bereits oftmals ins Treffen geführt und soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Der Tourismus ist eine tragende Säule unserer Wirtschaft, 150 Mio. Nächtigung pro Jahr bestätigen dies eindrucksvoll. Städtetourismus findet oftmals an (verlängerten) Wochenenden statt. Dass diese Nachfrage nicht saturiert wird und man die Kaufkraft im wahrsten Sinne des Wortes davonfliegen lässt und diese somit für immer verloren ist, kann ein Homo Ökonomikus nicht nachvollziehen.
 Keine Tourismuszonen, Öffnung für Alle. Der ACSC spricht sich an dieser Stelle klar gegen Tourismuszonen aus! Die Sonntagsregelung sollte für Alle gelten. Eine Abgrenzung kann nur willkürlich erfolgen und es wird immer Härtefälle geben, egal wie die Abgrenzungskriterien definiert werden. JEDER Handelsbetrieb (nicht nur in Shopping
Centern) sollte selbst entscheiden können, ob er öffnet oder eben nicht.
 Neue Lebensmodelle. Die Formen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens änderten sich im letzten Jahrhundert rasant. Unsere Arbeitsgewohnheiten blieben aber seit der industriellen Revolution nahezu unverändert. Der „nine to five-Job“ hat mancherorts ausgedient und sollte durch flexible Arbeitsformen ersetzt werden können (nicht müssen!). Warum sollte es keine Beschäftigten geben, die gerne am Sonntag arbeiten (etwa weil ein Kind dann durch den Partner beaufsichtigt werden kann)? Mehr als 700.000 Menschen gehen in Österreich am Sonntag laut Statistik Austria zumindest gelegentlich, mehr als 450.000 Menschen regelmäßig ihrem Beruf nach, warum dürfen das keine Beschäftigten im Handel sein? Was unterscheidet eine Kellnerin von einer Verkäuferin?

Auswirkungen

1. Eine gestiegene Fairness
2. Mehr Arbeitsplätze
3. Mehr Wertschöpfung in Österreich
4. Eine weitere Attraktivierung auch der Stadt- und Ortskerne

Dem ACSC ist auch bewusst, dass hierfür – trotz der nach wie vor bestehenden Ungleichbehandlung in Bezug auf Kollektivvertrag, Steuern etc. – investiert werden muss. Das bedeutet:

1. 100%ige Zuschläge
2. Zusätzlich ein freier Tag
3. Freiwilligkeit der Arbeit am Sonntag

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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