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Pommes-Verordnung trifft auch Chips

11.04.2018

Die neuen EU-Richtlinien zur Eindämmung des als krebserregend geltenden Stoffes Acrylamid treten jetzt in Kraft. Die Bestimmung könnte Chips-Produzenten besonders betreffen, denn die Snacks sind der Hauptverursacher für die Aufnahme des schädlichen Inhaltsstoffs.

Bereits 2017 wurden die neuen Vorgaben für den Acrylamid-Gehalt in Lebensmitteln beschlossen, jetzt werden die neuen Regelungen verpflichtend. Laut einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erhöht der Stoff das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen. Zustande kommt Acrylamid beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln, wie Produkte auf Kartoffel- oder Getreidebasis sowie Kaffee. Um Konsumenten davor zu schützen hat die zuständige EU-Kommission beschlossen Lebensmittelproduzenten, Restaurants sowie Imbissbetreiber zu verpflichten ihre Produkte gesünder zu produzieren. Für die einzelnen Lebensmittel wie Kräcker, Kaffee oder Frühstückzerealien etc. gelten eigene Richtwerte.

Chips sorgen für größte Exposition

Chips schnitten bei einer Überprüfung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) von 2007 bis 2015 besonders schlecht ab. Die Aufnahme von Acrylamid erfolgte bei Erwachsenen (18 bis 64 Jahre) anteilsmäßig zu 27 Prozent durch den beliebten Snack, lediglich zu 15 Prozent durch Pommes. Erstaunlicher Weise liegt der unschuldig wirkende Lebkuchen mit 18 Prozent auf Platz 2. Bei der Untersuchung von Kindern waren Kartoffelchips sogar zu 30 Prozent der Hauptlieferant des krebserregenden Stoffes (Pommes: 20%). Chips-Produzenten müssen in Zukunft vermutlich besonders darauf achten den Richtwert einzuhalten.  

Erfolgs-Kontrolle

Ab sofort sind alle Hersteller der betroffenen Produkte verpflichtet, je nach Größe und Art ihres Betriebs Maßnahmen zur Reduzierung des Acrylamid-Gehalts zu ergreifen. Die Einhaltung wird durch die Kontrolle von Produktions- und Verarbeitungsschritten, sowie Proben überprüft. Werden die Werte überschritten, sollen lokale Lebensmittelüberwachungs- oder Veterinärämter gemeinsam mit den Produzenten die Ursache feststellen und Lösungen finden um den gesundheitsschädlichen Stoff zu minimieren. Ob die Verordnung ihr Ziel erfüllt will die zuständige EU-Kommission während der nächsten Jahre laufend untersuchen. Man wird sehen….

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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