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Gewächshäuser im Supermarkt: Warum nicht Gemüse und Kräuter selber vor Ort ernten?

POSpulse-Umfrage: Über Abholstationen und Indoor Farming

19.04.2017

Die aktuelle POSpulse-Umfrage zeigt, dass Abholstationen in Deutschland mehrheitlich gut ankommen, Amazon Dash Buttons dagegen auf Skepsis stoßen. Zwei Drittel der Befragten sind auch aufgeschlossen gegenüber Indoor Farming im Supermarkt.

Der Wettbewerb im Einzelhandel wird immer intensiver. Mit neuen Services und Technologien buhlen E-Commerce und stationärer Handel um die Gunst der Konsumenten. Was sind die erfolgversprechendsten Trends im Retail-Bereich und welche Technologie wird sich beim Käufer eher nicht durchsetzen? Dazu hat das Berliner Marktforschungsunternehmen POSpulse rund 1000 Konsumenten mithilfe der unternehmenseigenen App „ShopScout“ befragt. Dass die Umfrage über eine App erfolgte, ergibt nicht automatisch, dass nur Jugendliche ihre Meinung abgaben. Ganz genau sind 42 Prozent der Befragten unter 30 Jahre alt, 2 Prozent sind Rentner.

24-Stunden-Abholservice

Verschiedene Supermärkte bieten ihren Kunden seit Kurzem die Möglichkeit, Lebensmittel online zu bestellen und fertig verpackt in einer gekühlten Abholstation – auch nach offiziellem Ladenschluss – abzuholen. Dieser Service kommt bei den Verbrauchern an, wie die POSpulse Umfrage zeigt: Rund 55 Prozent der Befragten würden Abholstationen nutzen, wenn sie in ihrer Nähe verfügbar wären. Nur eine Minderheit von 26 Prozent lehnt die Stationen ab und geht lieber direkt vor Ort einkaufen. Auf deutlich weniger Anklang bei den Konsumenten stoßen dagegen sogenannte Dash Buttons. Mit den kleinen Tools, die wie Küchenmagnete aussehen und bislang nur von Amazon angeboten werden, können Produkte des täglichen Bedarfs einfach per Knopfdruck nachbestellt werden. Geht also das Waschmittel oder das Küchenpapier zur Neige, wird durch die Bedienung des Dash Buttons eine direkte Bestellung ausgelöst. So praktisch dieser Service auch scheint, wird er dennoch von 54 Prozent der Befragten abgelehnt. Denn der Großteil der Kunden möchte nicht dauerhaft dieselben Marken und Produkte kaufen und auch nicht an den gleichen Händler gebunden sein.

Gemüse und Kräuter zum Selberernten

Besonders aufgeschlossen sind die Konsumenten laut Umfrage gegenüber Indoor Farming. Darunter versteht man Gewächshäuser direkt im Supermarkt, die den Kunden die Möglichkeit bieten, Gemüse und Kräuter selbst vor Ort zu ernten. Rund 66 Prozent der Befragten würden ein solches Angebot gerne nutzen, nur 12 Prozent lehnen Indoor Farming ab. Das liegt zum einen an der Frische der Produkte, aber auch an der Umweltfreundlichkeit des Verfahrens, da Gemüse und Kräuter nicht extra angeliefert werden müssen.

Auch bei einem weiteren Aspekt des täglichen Einkaufs zeigt sich, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit für die deutschen Verbraucher eine wichtige Rolle spielen. So fragte POSpulse die Umfrageteilnehmer, wie sie zu einem „Kassenzettel auf Anfrage“ stehen. Bei Supermarktketten wie beispielsweise Lidl erhalten die Kunden bereits heute nur noch einen Kassenzettel, wenn sie diesen explizit wünschen. Denn allzu oft – und vor allem beim Kauf von Lebensmitteln und Getränken – wird der Kassenzettel vom Kunden erst gar nicht mitgenommen oder direkt nach dem Einkauf weggeworfen. Dadurch entsteht täglich eine große Menge Papierabfall. Entsprechend befürworten knapp 60 Prozent der Befragten den Kassenzettel auf Anfrage. Allerdings bestehen 32 Prozent weiterhin auf den Kassenzettel. Davon würden rund 30 Prozent ihre Besuche im Stamm-Supermarkt reduzieren oder sogar ganz wechseln, falls der Kassenzettel nicht mehr angeboten wird. In Österreich kann das nicht passieren: Die Umweltschutz-Idee braucht aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen  Ausgabe eines Kassenbons nicht einmal angedacht werden.   

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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