Direkt zum Inhalt

Preineder: Österreich braucht noch mehr Biobauern

13.09.2007

"Die gute Absatzentwicklung bei Bioprodukten hält unvermindert an. Wir müssen nun diese hervorragenden Chancen für die heimische Landwirtschaft nützen und alles versuchen, die Möglichkeiten des Marktes aus dem Inland abzudecken. Dazu ist es jedoch notwendig, dass sich noch mehr Bauern als bisher entschließen, ihre Höfe auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Vor allem in den Produktgruppen Schweinefleisch und Obst sowie Gemüse sind die Chancen besonders gut", appellierte heute Martin Preineder, neuer Vorsitzender des Ausschusses für Biologischen Landbau der Landwirtschaftskammer Österreich, an die heimischen Bauern, vermehrt den Bio-Weg einzuschlagen.

Im Jahr 2006 gab es in Österreich knapp 19.000 Biobetriebe. Die biologisch bewirtschaftete Fläche betrug 350.000 ha, damit wurden etwa 18% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs biologisch bewirtschaftet. Die durchschnittliche Größe der Biobetriebe beträgt 18,4 ha.

Laut "RollAMA"-Erhebung 2006 (exklusive Getreide) wurden im Lebensmitteleinzelhandel knapp 90.000 t Bioprodukte mit einem Marktwert von etwa EUR 200 Mio. vermarktet. Das entspricht im Vergleich mit 2003 einem mengenmäßigen Wachstum von 21% und einer wertmäßigen Steigerung von 35%. Der größte Anteil, rund 56% der Menge, wird dabei von Milch und Milchprodukten gestellt, nur 3% von Fleisch- und Wurstwaren. Der Bioanteil im Lebensmitteleinzelhandel inklusive Diskonter liegt derzeit bei 4,4%.

Von der gesamten österreichischen Bioproduktion geht etwa ein knappes Drittel in den Export. Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten werden zu 20 bis 40% ausgeführt. Bei Bioschweinen beträgt der Exportanteil rund 25%, Hauptabsatzmarkt ist dabei Deutschland. Biomilch wird zu 25% exportiert.

"Damit die Bio-Produktion in Österreich umgehend forciert werden kann, wollen die Landwirtschaftskammern gemeinsam mit der Agrarmarkt Austria, dem Lebensministerium und der Bio Austria einen eigenen Beratungsschwerpunkt setzen. Nur so können wir unsere Bauern optimal und professionell auf diese Herausforderung vorbereiten und ihnen das notwendige fachliche Rüstzeug an die Hand geben, damit sie die sich bietenden Chancen auch entsprechend für ihren Betrieb nützen können. Darüber hinaus wollen wir ein AMA-Biozeichen, das im Stande ist, die heimische Biolandwirtschaft nachhaltig zu stärken", erklärte Preineder.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Industrie
06.12.2019

Die Deutschen legen im europäischen Vergleich besonders viel Wert auf Natürlichkeit beim Kauf von Nahrungsmitteln. Nur Geschmack und Verbraucherfreundlichkeit sind den Bundesbürgern noch wichtiger ...

Handel
20.11.2019

Ab 21. November bringt Lidl Österreich für die Adventzeit wieder über 200 nationale und internationale Köstlichkeiten unter der Premium-Eigenmarke „Deluxe“ in die Filialen.

Die neuen wiederverwendbaren Lebensmittelverpackungen sind öl- und fettresistent.
Industrie
17.10.2019

Mit den zwei neuen Compoundreihen FC/CM1 und FC/CM2 erfüllt Kraiburg TPE die wichtigsten Regelwerke für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt: Die europäische Verordnung (EU) Nr. 10/2011 und den ...

Der Großteil der Lebensmittelabfälle fällt in den privaten Haushalten an. Der Handel ist nur für einen 5%-Anteil verantwortlich und arbeitet freiwillig eng mit Tafelorganisationen und Sozialmärkten zusammen.
Handel
25.09.2019

Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel geht laut Schätzung der Vereinten Nationen verloren, wobei die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette stattfindet: ...

Handel
29.08.2019

Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel. Daher spendet Spar in ganz Österreich nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel an Sozialeinrichtungen.

Werbung