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Drogerieprodukte sind - auch durch die fehlende Verfügbarkeit der günstigen Eigenmarken - um bis zu 96 Prozent teurer geworden.

Preismonitor: Hamsterkäufe sorgten für teureren Warenkorb bei Drogeriewaren

15.04.2020

Preisgünstige Drogeriewaren und Lebensmittel kosteten oft mehr als noch im Februar – weil günstige Produkte teilweise nicht erhältlich waren .

Viele Menschen plagen in der Corona-Krise Geldsorgen und sie müssen mehr denn je ihr Geld zusammenhalten. Sie achten beim Einkauf auf Preise und vergleichen sie. Bitter: Preiswerte Waren des Alltags sind seit Februar teilweise nicht erhältlich. Damit müssen Konsumenten zu teureren Produkten greifen. Das zeigt ein AK Preismonitor bei insgesamt fünf Online-Shops zwischen Februar und April bei bis zu 40 preiswertesten Drogeriewaren und Lebensmitteln.

Preiswerte Produkte teils nicht verfügbar

Der AK Preismonitor zeigt: Konsumenten müssen nun für das jeweils verfügbare billigste Produkt tiefer ins Geldbörsel greifen als noch im Februar. Ein Einkaufskorb mit den 33 preiswertesten Drogerieprodukten kostet nun bei Bipa um rund 70 Prozent mehr. Bei Müller wurden seit Anfang Februar 28 preiswerteste Drogeriewaren um rund 96 Prozent teurer. Bei DM kostet ein Einkaufskorb (33 Produkte) seit Anfang Februar um rund sechs Prozent mehr. AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic: „Es zeigt sich, dass preiswerte Produkte aus sind und Konsumentinnen und Konsumenten dann zu teureren Waren greifen müssen.“

Kritik aus der Branche

Dm-Pressesprecher Stefan Ornig kritisiert die irreführende Betitelung der AK-Aussendung: "Aus unserer Sicht war die Headline der AK irreführend, aus dem Text ist jedoch klar hervor gegangen, dass es sich nicht um „Preiserhöhungen“ handelt sondern dass der Effekt im Warenkorb durch die relativ niedrigere Verfügbarkeit preisgünstigerer Produkte zustande gekommen ist. Aufgrund der durchwegs guten Verfügbarkeit unserer dm Eigenmarken war dieser Effekt bei dm deutlich kleiner als bei unseren Mitbewerbern. Seitens dm haben wir unsere Preise bis dato fast ausnahmslos auf dem Niveau der ersten März-Hälfte beibehalten. Diese bewusste Maßnahme wurde getroffen, um keinesfalls den Eindruck zu erwecken, dass aus der knappen Verfügbarkeit vieler Produkte ein Vorteil gezogen wird."

Wenig Effekt bei Lebensmitteln

Im Vergleich zum Drogeriehandel sind die Preissteigerungen im Lebensmittelhandel moderater ausgefallen, zeigt der AK Preismonitor. So ist der Einkaufskorb von 40 preiswertesten Lebens- und (wenigen) Reinigungsmittel zwischen Anfang März und Anfang April bei Billa um rund drei Prozent, bei Interspar um rund ein Prozent teurer geworden. Zgubic sagt: „Im Lebensmittelhandel sind nach teilweise anfänglichen Verteuerungen aufgrund nicht verfügbarer preiswerter Produkte nun auch wieder die preiswerteren Eigenmarken zu bekommen.“

„In unserer Konsumentenberatung verzeichnen wir vereinzelt Beschwerden über steigende Preise“, erzählt die AK Konsumentenschützerin.

Zwei Beispiele

  • Ein Konsument informierte uns, dass in einer Wiener Bäckerei für ein Viertel Kilo Bauernbrot jetzt 4,20 Euro verlangt werden.
  • Eine andere Konsumentin beschwerte sich, dass ihr eine Einweg-Gesichtsmaske in der Apotheke um rund 15 Euro verkauft wurde. „Wir werden dranbleiben und weiter ein Auge auf die Preise haben“, betont Zgubic.

Zum Preismonitor

Auf Grundlage von Vorerhebungen im Lebensmittelhandel (Anfang März 2020) und Drogeriewarenhandel (Anfang Februar 2020) hat die AK in den Onlineshops von Billa, Interspar, Bipa, DM- und Müller-Drogeriemarkt seit 18. März zwei Mal wöchentlich die Preise von 28 bis 40 preiswertesten Lebensmitteln bzw. Drogeriewaren des wöchentlichen Bedarfs erhoben. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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