Direkt zum Inhalt
VKI Lebensmitte-Check: Am häufigsten werden "Mogelpackungen" kritisiert.

Preiswerte Säfte statt hochpreisiger Früchte

28.01.2015

Mogelpackungen, fragwürdige Zusammensetzungen oder die unverdiente Auslobung „gesund“: Lebensmittel, die nicht halten, was sie versprechen, sind kritischen Konsumenten ein Dorn im Auge. Seit 2012 können solche Produkte auf www.lebensmittel-check.at gemeldet werden. Mehr als 400 Beiträge hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in diesem Zeitraum bereits gesammelt. Bei rund 40 Produkten haben die Hersteller diese entweder nachgebessert oder gänzlich aus dem Sortiment genommen.

Rund ein Drittel aller eingereichten Meldungen betrifft die Aufmachung eines Produkts. Besonders „Mogelpackungen“ werden häufig kritisiert, das heißt Verpackungen, die einen hohen Luftanteil und wenig Inhalt enthalten. Darüber hinaus sorgt aber auch die Zusammensetzung mancher Lebensmittel für Unmut. „Oft erhalten wir Beschwerden darüber, dass Zutaten auf der Verpackung abgebildet werden, die im Produkt selbst kaum vorhanden sind“, berichtet Ernährungswissenschafterin Katrin Mittl vom VKI. Vor allem bei Getränken komme dies häufig vor. „Hochpreisige Früchte wie Beerenobst stehen bei der Abbildung im Vordergrund, während preiswertere Säfte wie Apfel- oder Traubensaft den Hauptanteil ausmachen.“

Am stärksten betroffen: Snacks und Süßigkeiten
Betrachtet man demgegenüber die Gesamtheit der Produktgruppen, so sind Snacks und Süßigkeiten diejenigen Lebensmittel, die auf der Melde-Plattform am häufigsten beanstandet werden (18% der Meldungen). An zweiter Stelle folgen alkoholfreie Getränke (13%), an dritter Stelle Milch und Milchprodukte (12%). Bei Fleischwaren sowie bei Obst und Gemüse steht meist die Herkunftsbezeichnung im Vordergrund. „Konsumentinnen und Konsumenten wünschen sich klare Angaben“, betont Mittl. „Unser Lebensmittel-Check zeigt, dass hier nach wie vor Verbesserungsbedarf besteht.“

VKI holt Stellungnahmen des Herstellers ein
Die Plattform Lebensmittel-Check soll nicht nur sensibilisieren, sondern auch dazu beitragen, dass Unternehmen ihre Produkte langfristig verbraucherfreundlicher gestalten. Meldungen können seit Oktober 2014 auch zusätzlich über die Facebook-Seite der Plattform eingebracht werden. Der VKI prüft alle eingehenden Beiträge und holt eine Stellungnahme des Herstellers ein. Unterstützt wird das Projekt durch das Gesundheits- sowie das Sozialministerium. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema gibt es ab 29. Jänner in der Zeitschrift „Konsument“. Aktuelle Produktmeldungen werden laufend auf www.lebensmittel-check.at bzw. www.facebook.at/lebensmittelcheck.at veröffentlicht.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thomas Lindenthal vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Werner Lampert, der "Vater" von Zurück zum Ursprung.
Handel
22.05.2018

Die Nachhaltigkeitsbewertung „Kreislauf des Lebens“ läutet eine neue Ära in der Geschichte von Hofers Bio- und Nachhaltigkeitsmarke ein. Sie ist nicht nur in ihrer Form weltweit einzigartig, „ ...

Handel
03.04.2018

Der europäische Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs ist 2017 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, das zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen. Frische und ...

International
29.03.2018

Der weltgrößte Onlinehändler steigt in den Markt für Lebensmittel-Lieferungen in Frankreich ein. Dafür tut sich Amazon mit der französischen Supermarktkette Monoprix, zusammen.

Thema
26.03.2018

Feinkostmitarbeiter in Einweghandschuhen waren bisher selbstverständlich. Jetzt zeigt eine Studie, dass die Verwendung nicht so viele hygienische Vorteile bringt wie gedacht, sondern ...

Präsentation der RollAMA Analyse: Michael Blass (Geschäftsführer der AMA-Marketing) und Micaela Schantl (AMA-Marktforschung)
Thema
15.03.2018

Erstmals seit vielen Jahren kaufen die Österreicher wieder mehr Lebensmittel ein und sind auch bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Insgesamt 145 Euro pro Haushalt und Monat werden für ...

Werbung