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PROPACK-Ommann Georg-Dieter Fischer

PROPAK-Betriebe treiben ihre Innovationen an

16.06.2016

Die industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton, PROPAK, sind überdurchschnittlich innovativ. 90 Prozent der PROPAK-Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren Produkt-und Dienstleistungs- sowie Prozessinnovationen eingeführt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI).

Produkte aus Papier und Karton sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Jeder kennt sie und kommt täglich mit ihnen in Berührung, besonders stark im Lebensmitteleinzelhandel: Ob Hygieneartikel, Tragtasche, Broschüre, Getränkekarton, Etiketten oder Verpackung. PROPAK-Unternehmen verarbeiten Karton, Papier und Wellpappe zu Verpackungen, Spulen, Hülsen, Rollen und Zigarettenpapier, veredeln Produkte durch Bedrucken, Beschichten, Kaschieren und Laminieren und kombinieren diese mit anderen Werkstoffen wie Kunststoff, Aluminium oder Metall. 

Frühzeitiges Erkennen von Kundenwünschen

Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, setzen die Unternehmen der PROPAK auf Innovation. Mehr als 90 Prozent der PROPAK-Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren Produkt- und Dienstleistungs-sowie Prozessinnovationen eingeführt und erfolgreich am Markt umgesetzt, und sind somit überdurchschnittlich innovationsaktiv. Dabei geht es vor allem um die Differenzierung von Produkten und Marken sowie die Erschließung neuer Märkte. „Wir sind eine klein- bis mittelständisch strukturierte Branche und setzen auf Innovation, Kreativität und Qualität. Das Wichtigste ist dabei das frühzeitige Erkennen der Wünsche unserer Kunden“, erklärt  Georg-Dieter Fischer, Obmann PROPAK und CEO der Smurfit Kappa Group Corrugated Central Europe.

Gesamtwirtschaftliche Bedeutung

Die Innovationskraft der Branche hat auch deutliche Effekte auf volkswirtschaftlicher Ebene. Unternehmen der PROPAK lösen gesamtwirtschaftlich betrachtet einen Produktionswert von bis zu 4,0 Mrd. EUR aus (rd. 0,66 Prozent des Produktionswertes Österreichs und mehr als das Doppelte des eigenen Produktionswertes der Branche). Das Ausmaß der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung der PROPAK-Unternehmen beläuft sich dabei auf bis zu 1,45 Mrd. EUR (Faktor 2,8) – das entspricht einem Anteil von bis zu 0,49 Prozent an Österreichs Bruttowertschöpfung. Darüber hinaus sichern PROPAK-Unternehmen 0,66 Prozent der österreichischen Beschäftigung (rund 29.800 Beschäftigungsverhältnisse), was 3,7 mal der direkten Beschäftigtenzahl der Branche entspricht.

Export ist Stütze der Branche

„Volatilität, Kurzfristigkeit und sinkende Losgrößen prägten auch 2015 das Bild unserer Branche,“ so PROPAK-Obmann Fischer. Die Verkaufszahlen weisen einen dementsprechenden Rückgang um 0,6 Prozent aus, bei einer Wertsteigerung von 1,5 Prozent auf 2,23 Mrd. Euro. Die stärkere Wertentwicklung geht auf den heterogenen Bereich der „Sonstigen Papierwaren“ – dazu zählen Etiketten, Rollen, Spulen, Zigarettenpapier etc. – zurück. Der Verpackungssektor hatte einen Rückgang von minus 3,3 Prozent zu verzeichnen. Nach wie vor ist der Export die Stütze der Branche. 2015 wurden 707.000 Tonnen (+0,3 Prozent) an Produkten aus Papier und Karton im Wert auf 1,56 Mrd. EUR (+3,4 Prozent) exportiert. Die Exportquote der Branche lag gemessen am Wert der abgesetzten Produktion 2015 bei 70 Prozent. Der Beschäftigungstand mit rund 9.200 Personen konnte jedoch gehalten werden.

Überbordende Regulierungen sind belastend

Für das laufende Jahr 2016 ist keine grundlegende Änderung zu erwarten, gerechnet wird mit einer Wachstumsrate von 1,5 Prozent. Auch der hohe Preis- und Kostendruck wird sich weiter fortsetzen. Der Markt bleibt unberechenbar, was es für PROPAK-Unternehmen immer schwieriger macht, langfristig zu planen. Für das laufende Jahr 2016 ist keine grundlegende Änderung zu erwarten, gerechnet wird mit einer Wachstumsrate von 1,5 Prozent. Auch der hohe Preis- und Kostendruck wird sich weiter fortsetzen. Die tragende Säule der Branchenkonjunktur bleibt der Export. „Die Firmen der PROPAK setzen auf strikte Effizienzsteigerungsprogramme, um – insbesondere im Export – mit weitaus günstigeren Rahmenbedingungen der Mitbewerber auf deren Märkten mithalten zu können“, berichtet PROPAK-Geschäftsführer Martin Widermann. „Die Branche befindet sich in schwierigen Zeiten mit sinkenden Losgrößen, steigenden Kosten und einer überbordenden Regulierung.“  Besonders zu schaffen machen den Betrieben das unflexible Arbeitszeitmodell im Kollektivvertrag, die hohe Besteuerung und der hohe bürokratische Aufwand bei Genehmigungsverfahren. „Jeder in der Branche will die Gesetze einhalten, aber es wird immer schwieriger. Dazu kommt, dass wir im internationalen Preisvergleich stehen. Das birgt die Gefahr, über einen Standortwechsel nachzudenken“, gibt PROPAK-Obmann Fischer zu bedenken.

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