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Prüfung durch Bundeswettbewerbsbehörde

06.02.2013

Während die Branche gespannt darauf wartet, ob die Kartellhüter fündig geworden sind, greift der Wirtschaftswissenschaftler Günter Schweiger einen ganz anderen Aspekt auf: "Es ist fraglich, ob Preisabsprachen immer zur Schädigung der Konsumenten führen müssen."

Wirtschaftswissenschafter Günter Schweiger

Auch ein beinharter Preiskampf führt demnach zu volkswirtschaftlichem Schaden: "Unternehmen gehen ein, die Konsumenten kaufen zu viel und schmeißen viel weg", sagt Schweiger. Letztlich müssten die Handelsketten auch für Werbekosten tief in die Tasche greifen.

"Wenn sich alles auf den Preiswettbewerb konzentriert, haben vor allem KMU schlechte Karten", erklärt Schweiger. Zwar handelte es sich um eine Ausnahmesituation, doch hätten in Österreich in der Nachkriegszeit nicht umsonst genehmigte Kartelle existiert. Hinweise auf flächendeckende Preisabsprachen sind der Industrie nicht zu entlocken: "Wir haben von Herstellern keine Rückmeldungen dahin gehend bekommen", sagt Josef Domschitz von der Wirtschaftskammer Österreich.

Der insolventen Schwedenbombenhersteller Niemetz sei jedoch symbolisch für den Preiskampf, in dem die mittelständischen Unternehmen stünden. Niemetz erlebt indes eine "Solidaritätswelle": Die Insolvenz hat zu Hamsterkäufen geführt. (Quelle: Wirtschaftsblatt)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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