Direkt zum Inhalt

PSD2-Umsetzungsfrist bis 31.12.2020 verlängert

17.10.2019

Aufatmen im heimischen Handel rund um die Umsetzung der sog. 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei Online-Zahlungen: Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat heute in einer Stellungnahme empfohlen, dass die nationalen Finanzmarktaufsichtsbehörden den Payment Service Providern und auch den Händler einen Aufschub bis 31.12.2020 gewähren sollen.

Ursprünglich hätten bereits bis 14. September 2019 alle Onlineshops die 2FA laut EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) implementieren müssen. Die 2-Faktor-Authenfizierung besagt, dass sich Kunden bei Bezahlung über das Internet zumindest doppelt identifizieren müssen – etwa mittels Passwort und SMS-TAN. Dies soll künftig für mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr sorgen.

"Der Handelsverband hat immer wieder auf die viel zu kurze Umsetzungsfrist hingewiesen. Aktuell erfüllen weniger als zwei Drittel der Händler die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung im Webshop. Erfreulicherweise haben sich unsere Gespräche mit den Stakeholdern auf EU-Ebene gelohnt. Der Aufschub bis 31.12.2020 erlaubt es unseren Händlern, ihre Shops ohne Zeitdruck an die neuen Regeln anzupassen. Problematisch bleibt, dass die Testphase in das Weihnachtsgeschäft 2020 fällt", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Mehr Sicherheit durch 2FA könnte zu mehr Zahlungsabbrüchen führen

Die Europäische Union versucht mit der 2FA, einen vernünftigen Kompromiss zwischen der Bequemlichkeit und Sicherheit im eCommerce vorzugeben. Viele Online-Händler befürchten infolge der höheren Komplexität und geringeren Nutzerfreundlichkeit beim Bezahlen jedoch einen Anstieg der Kaufabbrüche.

"Die Erfahrungen jener Händler, die etwa das sogenannte 3D-Secure-Verfahren für Kreditkartenzahlungen bereits anbieten, bestätigen diese Befürchtungen. 40 Prozent haben seit der Implementierung einen Anstieg der Kaufabbrüche festgestellt. Gerade für kleinere Webshops ist die Umstellung auch mit erheblichen IT-Kosten verbunden", so Will.

Eine entscheidende Komponente für die künftige Akzeptanz der 2-Faktor-Authenfizierung ist das Wissen der Konsumenten. Nun gilt es, die Verbraucher auf die bevorstehenden Änderungen aufmerksam zu machen und ausreichend aufzuklären.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Madlberger
19.05.2020

Wie kann Österreichs Lebensmittelhandel unseren Bauern beim Restart tatkräftig zur Seite stehen? Darum ging es vergangene Woche beim Gipfelgespräch zwischen Bundesregierung, Lebensmittelhändlern ...

v.l.n.r.: Anton Santner (Geschäftsführer P8 Marketing), Prok. Dr. David Pfarrhofer (Institutsvorstand von market Marktforschung), Robert Machtlinger (CEO FACC AG), Mario Derntl, BA (z.l.ö.-Generalsekretär), DDr. Werner Steinecker (Generaldirektor Energie AG Oberösterreich und z.l.ö.-Präsident)
Thema
15.05.2020

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft. Das gilt auch für den Bereich der Lehrlingsausbildung. Eine von z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich. - in Auftrag ...

Rainer Will: "Für Stundungen muss man einen Liquiditätsengpass nachweisen und gleichzeitig soll die Einbringlichkeit der Forderungen gesichert sein - dieser Widerspruch muss aufgelöst werden!"
Thema
05.05.2020

Wer das wirtschaftliche Überleben seines Unternehmens und Arbeitsplätze sichern will, sollte dafür keine persönliche Haftung fürchten müssen. Dafür braucht es aber eine sofortige Klarstellung ...

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will fordert die Gleichbehandlung von Handelsbetrieben aller Lagen und Größen - und von der Politik, endlich eCommerce-Anbieter aus Drittstaaten in die Pflicht zu nehmen.
Handel
16.04.2020

Seit 14. April darf ein großer Teil des heimischen Handels wieder offen halten. Der Handelsverband hat die ersten Effekte der Wiederöffnung beleuchtet und stellt Forderungen für die Zukunft.

Thema
06.04.2020

Zumindest Lockerungen des derzeitigen Shutdowns sollten für Geschäfte aller Größenordnungen möglich sein. Der Handelsverband hat auch eigene Vorschläge, wie das funktionieren könnte.

Werbung