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Realer Kaufkraftverlust droht

20.04.2011

Mit einem nominellen Plus von 2,5% für 2010 konnte die Kaufkraft der Österreicher das zweite Jahr in Folge auch inflationsbereinigt steigen. Für 2011 sind die Prognosen pessimistischer: Die Kaufkraft steigt zwar wieder um rund 2,5 %, die erwartete Inflation liegt aber darüber.

Während viele europäische Länder angesichts der globalen Wirtschaftskrise mit teils dramatischen Kaufkraftrückgängen konfrontiert waren, haben sich die Österreicher krisenresistenter denn je gezeigt. So stieg selbst im Krisenjahr 2009 die Kaufkraft der Österreicher nominell um 1 % und 2010 um 2,5 %. Dank der niedrigen Inflation, besonders im Jahr 2009, ergaben sich damit trotz Krise reale Kaufkraftzuwächse. Dieser Trend wird nun von der hohen Inflation für das laufende Jahr 2011 unterbrochen: „Angesichts der erwarteten Jahresinflation von rund 2,6 Prozent, vielleicht sogar noch höher, rechnen wir mit einem realen Rückgang der Kaufkraft“, kommentiert Mag. Mark Ruhsam, Pressesprecher von RegioData Research die Ergebnisse.

 

Einzelhandel profitiert weniger

Die Österreicher verfügen zwar über immer mehr Kaufkraft, jedoch wird der Anteil dessen, was in den Einzelhandel fließt, immer geringer. 1990 kamen von 100 Euro Ausgaben der Österreicher immerhin 40 Euro dem Einzelhandel zugute. 20 Jahre später ist die sogenannte einzelhandelsrelevante Kaufkraft, also jener Anteil des verfügbaren Einkommens, der im Einzelhandel ausgegeben wird, auf 31% gesunken. Mark Ruhsam erläutert: „Dieser Trend, der nicht nur Österreich betrifft, ergibt sich einerseits durch Verschiebung der privaten Konsumausgaben ‚zugunsten‘ teurerer Lebenshaltungskosten. Dazu kommt natürlich, dass mit steigendem Einkommen die Ausgaben für Freizeit und Luxus zunehmen.“ Der österreichische Einzelhandel konnte sich 2010 dennoch behaupten und verzeichnete ein nominelles Plus von 2,9 %.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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