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Regio-Data: Das Diskonter-Upgrade geht weiter

27.06.2018

Der Lebensmittelhandel wächst weiter. Gerade der vergrößerte Erlebnisfaktor bei Diskontern ist neben dem gestiegenen Qualitätsbewusstsein der Konsumenten, ausschlaggebend dafür. Investiert wird besonders in die Verkaufsflächen, während sich der Online-Handel nur sehr schleppend entwickelt.

Die Marktanteile der Topmarktteilnehmer 2018

Die Konsumfreude lässt den Lebensmittelhandel florieren. Denn die insgesamt gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt erzeugt eine hohe Konsumdynamik. Der Lebensmitteleinzelhandel erzielte 2017 einen Umsatz von 21,3 Milliarden Euro brutto (+3,3% zu 2016). Der Gesamtmarkt steigt ungebremst. In den letzten neun Jahren ist der Umsatz um ganze 25 Prozent gestiegen. Die jährlich steigenden Konsumausgaben für Lebensmittel pro Kopf und Jahr betragen mittlerweile bereits 3.079 Euro im Durchschnitt. Der Hauptgrund der steigenden Ausgaben liegt bei der verändernden Wertehaltung der Konsumenten. Die Nachfrage nach besserer Qualität und Spezialitäten, die z.B. regional, biologisch oder ethisch korrekt hergestellt werden, wächst.

Rewe hält höchsten Marktanteil

Österreichs Lebensmittelhandel ist von einer starken Konzentration geprägt. Die drei größten Unternehmen Rewe Austria (33 %), die Spar-Gruppe (31 %) und Hofer (19 %), teilen sich den Markt. Im Hinblick auf die Performance  (Umsatz, Marktanteil und Flächenproduktivität) konnte die Spar-Gruppe 2017 glänzen. Im Diskontbereich erreicht Lidl, mit einer Umsatzsteigerung von 8,6 Prozent und einem Flächenwachstum von 4,5 Prozent das beste Ergebnis. Nischenanbieter (Bio- und Reformläden, türkische Anbieter) konnten ihren Markt hingegen nicht nennenswert ausbauen.

Diskonter in neuem Gewand

Wenige Artikel, vorwiegend Eigenmarken, Paletten, lagerhallenartige Gebäude am Stadtrand das entspricht nicht mehr den Diskontern von heute. Im Gegenteil, Kunden finden in den Filialen eigene Backshops, eine angenehme Architektur, Beleuchtungskonzepte und auch Luxussortimente. Besonders die Vorreiter-Rolle in den Bereichen „Bio“ und „Regionalität“ spricht für das gewandelte Image. Die Grenze zwischen Supermarkt und Diskonter gibt es de facto nicht mehr. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Hofer, Lidl und Penny besitzen mittlerweile einen Marktanteil von satten 31 Prozent.

Online-Handel bleibt Unprofitabel

Kaum ein heimischer Lebensmittelanbieter kann seinen Onlinekanal ertragreich bedienen. Zwar steigen die Online-Umsätze jährlich, trotzdem befindet sich der Online-Anteil (2 %) nach wie vor im Frühstadium und kommt nicht richtig in Gang. Momentan werden hauptsächlich Getränke wie Wein übers Internet eingekauft, da diese Produkte in der Logistik- und Kühlkette unproblematisch und lange haltbar sind. Außerdem wird weiterhin bevorzugt in physische Standorte investiert, denn die  Verkaufsflächen steigen weiter.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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