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Alfred Propst, Direktor Zentraleinkauf Frische bei Rewe International, will die Marke "Da komme ich her" stark forcieren.

Regionale Produkte als große Chance

21.10.2014

Mit der neuen Herkunftsmarke „Da komm ich her“ will Rewe International regionale Produkte stark forcieren. Mitunter wird auch ein Co-Branding zusammen mit den jeweiligen Produzenten angestrebt.

„Mit dem Voranschreiten der Globalisierung wächst auch die Verunsicherung der Konsumenten – immer mehr suchen nach Vertrautem, nach Produkten aus der Region.“ Alfred Propst, bei Rewe International Direktor Zentraleinkauf Frische, ist sich seiner Verantwortung bewusst. Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes entfällt auf seinen Bereich. „Es war immer schon eine Prämisse unseres Unternehmens, dass Produkte aus Österreich Vorrang vor Importware haben“, so Propst – soweit dies eben möglich sei. Bei Obst und Gemüse liege der Österreich-Anteil bei 55%, der Rest komme aus Südeuropa bzw. der südlichen Hemisphäre.

Konsumenten Herkunft nicht bewusst
Über österreichweit sieben Frischdienstläger könne die Rewe Group auch regionale Produzenten gut einbinden. „Wir haben sogar Kleinstproduzenten, die nur ein bis zwei Filialen direkt beliefern“, erklärt der Zentraleinkaufschef, der für Produkte aus der Region noch ein großes Potenzial sieht, das in den nächsten Jahren in allen Bundesländern konsequent erschlossen werden soll. Trotz Ausweitung (früher gab es österreichische Paradeiser von Juli bis September, heute von März bis November) sowie längerer Verfügbarkeit der heimischen Produkte (auch durch optimierte Kühlläger) sei aber vielen Konsumenten die Herkunft gar nicht bewusst, „weil eine entsprechende Kennzeichnung fehlt“. Um hier aufklärend zu wirken, habe die Rewe Group die Marke „Da komm ich her“ im vergangenen September eingeführt. „Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass es Wiener Äpfel gibt?“, fragt Propst. Mit dem neuen Label könne das jetzt kommuniziert werden. So würde markenloser Ware eine Marke verliehen – und das für Erzeugnisse aus ganz Österreich. Im ersten Schritt wurden rund 30 saisonale österreichische Produkte entsprechend gekennzeichnet.

Keine markenlose Ware mehr
In den nächsten zwölf bis 18 Monaten soll das gesamte österreichische O&G-Sortiment der Rewe Group, das nicht schon unter einer anderen Marke wie „Clever“ oder „Ja! Natürlich“ firmiert, unter das Label „Da komm ich her“ gestellt werden. Propst: „Dazu wird mitunter auch ein Co-Branding notwendig sein. Es gibt diesbezügliche schon Gespräche, wir werden aber mit den jeweiligen Produzenten nur einvernehmliche Lösungen suchen.“ Gerald König, Vorstand der LGV Frischgemüse, bestätigte gegenüber der handelszeitung diese Gespräche und bekundete auch sein Einverständnis.

Ein Cent für „Blühendes Österreich“
„Da komm ich her“ ist zudem Initiator und Förderer des Projekts „Blühendes Österreich“, das mit der Naturschutzorganisation Birdlife durchgeführt wird. Erster landwirtschaftlicher Partner ist die steirische Produzentengemeinschaft OPST. Ein Cent pro Produkt geht an das Projekt. Damit sollen ökologisch wertvolle Flächen langfristig erhalten und natürliche Lebensräume neu geschaffen bzw. entwickelt werden. „Das Projekt startet mit 70 Hektar, in den kommenden Jahren sollen ökologisch wertvolle Flächen im Ausmaß von zehn Prozent der Produktionsflächen für ,Da komm ich her‘ gesichert werden“, so Propst abschließend. (MP)

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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