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RegioPlan analysiert: Standorte im Einzelhandel

28.04.2006

Die österreichische Einzelhandelslandschaft befindet sich in einem langsamen, aber doch dramatischen Umbruch. Die Veränderungen werden durch drei wesentliche Trends gekennzeichnet:

1. Die Anzahl der Handelsstandorte wird - trotz vieler oft spektakulärer Neueröffnungen - kontinuierlich kleiner: - 1 bis - 2 % pro Jahr. Konkret heißt das: Täglich fällt bei etwa 3 Geschäften der Rollbalken für immer!

2. Die Geschäfte werden größer - trotz langfristig stagnierenden Handelsumsätzen. Verkaufsflächenzuwächse pro Jahr: + 2 bis + 3 %.

3. Der Anteil der "unternehmergeführten" Geschäfte nimmt kontinuierlich ab, Filialisten, Franchisesysteme und Vertriebskooperationen steigen dafür stark. Im Jahr 2010 wird dieser Anteil (bezogen auf die Anzahl der Geschäfte) bereits bei knapp 50 % liegen (derzeit: 33 %).

RegioPlan Consulting hat die filialisierten Handelsstandorte in den zehn wichtigsten Branchen erhoben und bietet damit einen einzigartigen Überblick über die Standortverteilung des filialisierten und organisierten Handels in Österreich. Nach der Anzahl der Standorte führt klar der Lebensmittelhandel bei den Branchen und das Land Niederösterreich im Bundesländervergleich.

Bundesländer im Vergleich: In Niederösterreich sind rund 21 Prozent der in der Auswertung von RegioPlan Consulting über 14.000 erfassten, filialisierten und organisierten Händler zu finden. Auch bei der Verkaufsfläche führt das größte Bundesland Österreichs das Ranking an. Dieses Ergebnis ist wenig überraschend, wenn man die besonderen Gegebenheiten Niederösterreichs bedenkt: Zum Einen ist Niederösterreich sowohl flächenmäßig als auch nach der Einwohneranzahl das größte Bundesland Österreichs und zum Anderen liegt die Hauptstadt Wien mit 1,6 Millionen Einwohnern in dessen Mitte. Niederösterreich beherbergt Shopping Center, Fachmarktzentren, Baumärkte und Möbelhäuser, die aufgrund der räumlichen Gegebenheiten im Stadtgebiet von Wien kaum realisierbar sind und nimmt dadurch in vielen Bereichen eine Versorgerrolle für die Wiener ein. Das größte Shopping Center Österreichs etwa, die Shopping City Süd, liegt ebenso in Niederösterreich wie vier der 5 Top-Fachmarktzentren.

Das Burgenland und Vorarlberg weisen wegen der speziellen Bevölkerungs- und Sied-lungsstrukturen geringere Verkaufsflächen und weniger Standorte als die übrigen Bundesländer auf, liegen bei den Quadratmeterumsätzen aber voran. In Vorarlberg erwirt-schaften die filialisierten Händler aus der Studie im Ländervergleich die zweithöchsten Quadratmeterumsätze. Wien liegt auf Platz eins, Kärnten auf Platz drei und das sonnige Burgenland liegt hier auf Platz vier.

Die filialstärksten Unternehmen sind ausschließlich im Lebensmittelhandel und bei den Drogeriemärkten zu finden.

Rang Vertriebslinie Standortanzahl
1. Schlecker 1.171
2. Billa 972
3. Bipa 493

Rund 39 Prozent aller von RegioPlan im Zuge dieser Studie erfassten 14.000 filialisierten Einzelhandelsstandorte in Österreich sind Lebensmittelhändler. Mit rund 0,3 m² Verkaufsfläche pro Einwohner ist die Dichte in dieser Branche mit Abstand die höchste. Auf Bundeslandebene haben die Burgenländer die meisten Supermärkte zur Auswahl - für durchschnittlich je 970 Einwohner steht ihnen ein Lebensmittelhändler zur Verfügung, in Wien müssen sich rund 2.200 Personen einen Supermarkt teilen.

Ein hartes Gefecht um die Vorherrschaft am österreichischen Markt tragen dabei die zwei größten Marktteilnehmer der Branche miteinander aus, die zusammen rund 51% der filialisierten Standorte im Lebensmittelhandel vereinnahmen. Nach wie vor dominiert die Rewe Gruppe den Osten Österreichs, Spar den Westen. Vor allem Billa versucht, auch in den "Spar-Territorien" an Land zu gewinnen: Im Vergleich zum Vorjahr hat Billa in einigen westlichen Bundesländern bei der Anzahl der Standorte aufholen können. Die Dominanz ausbauen konnte Billa in Niederösterreich, Spar in Tirol.

Der Drogerie- und Parfümeriehandel weist mit 79 % auch einen sehr starken Filialisierungsgrad auf. Niederösterreich führt mit 422 filialisierten Standorten vor der Steiermark und Wien, am wenigsten filialisierten Drogerien und Parfümerien hat Vorarlberg. Obwohl die Abgrenzung zwischen Drogerien und Parfümerien hinsichtlich der Angebotspalette schwierig ist, kann man davon ausgehen, dass sich Bipa, dm und Schlecker den Drogeriesektor praktisch untereinander aufteilen. Dagegen sind die Filialisten Douglas und Marionnaud im Bereich der Parfümerien die Top-Marktteilnehmer und schärfsten Konkurrenten: Marionnaud hat in allen Bundesländern die meisten Standorte, Douglas kann dafür mit größeren Outlets aufwarten.

Der Bekleidungshandel ist mit 44 % - noch - gering filialisiert. Doch in keiner anderen Branche gewinnen die Filialisten so schnell an Marktbedeutung. Die meisten Filialstandorte im Bekleidungshandel kann Niederösterreich aufweisen, die höchsten Quadratmeterumsätze erwirtschaften jedoch Wien und Vorarlberg. Im Bekleidungshandel gibt es nach wie vor zahlreiche kleinere, unternehmergeführte Boutiquen, die den Grad der Filialisierung in dieser Branche relativ gering halten. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass diese in den kommenden Jahren aufgrund der hohen Marktsättigung gegen die Filialisten kaum noch ankommen können und deutlich weniger werden.

Verfasser:
RegioPlan Consulting - Der Spezialist für Standortberatung und Marktanalysen in Österreich und Osteuropa bietet Marktdaten in Form von aktuellen "Studien auf Knopfdruck" und maßge-schneiderte Konzepte zu Fragen rund um das Thema Standort.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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