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Rekordergebnis 2019 für Privatbrauerei Zwettl

13.01.2020

Die Waldviertler Privatbrauerei Zwettl und die zum Unternehmensverbund gehörige Bierwerkstatt Weitra blicken auf das erfolgreichste Wirtschaftsjahr der Unternehmensgeschichte zurück: Sowohl umsatz- als auch mengenmäßig verzeichnet der Familienbetrieb ein schönes Wachstum. Insgesamt wurden 25,8 Millionen Euro umgesetzt (plus 3,8 Prozent), der Gesamtabsatz an Getränken lag bei 211.800 Hektolitern (plus 1.300 HL), davon 194.400 Hektoliter Bier.

Regionale Rohstoffe und langjährige Lieferanten sind für Karl Schwarz die Grundlage seines Waldviertler Biers.

„Obwohl wir Rekorden nicht hinterherjagen, freut uns der Erfolg des Vorjahres naturgemäß sehr“, so Mag. Karl Schwarz, Geschäftsführer und Inhaber. Der aktuelle Trend zu Produkten, die eine „klare Handschrift“ aufweisen und sich vom Mainstream abheben, kommt den Waldviertlern entgegen. Dass Waldviertler Biere aus den Brauereien in Zwettl und Weitra vor allem in der Gastronomie über dem Branchenschnitt zulegen, liegt nach Meinung von Karl Schwarz unter anderem daran, dass „wir immer schon Wert auf regionale Identität gelegt haben“. Dabei will die von der Familie geführte Brauerei „primär nicht aktiv wachsen, sondern vielmehr in einer gesunden Struktur Stabilität und Wertschöpfung für weitere Generationen sichern“, so Schwarz. Die Strahlkraft von Zwettler reicht dabei weit über die Landesgrenzen hinaus: Wien ist nach wie vor der wichtigste Zielmarkt für die Biere der Waldviertler Brauerei. Um die große Nachfrage bedienen zu können, sucht Zwettler weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat auch 2019 personalseitig wieder aufgestockt.

Diversität als Wachstumsfaktor

Der Erfolg des Vorjahres hat „viele Väter“: Wesentliche Erfolgstreiber waren im Heimatbundesland Niederösterreich die Hauptsorte Zwettler Export Lager; überregional das Premiumpils Zwettler Saphir, das in der Gastronomie erhältliche Zwettler Pils Classic sowie Weitra Das Helle aus der gleichnamigen Bierwerkstatt. Aufgrund der Großbaustelle in Weitra – wo 2019 technisch „kein Stein auf dem anderen blieb“ – wurde der Verkauf nicht aktiv forciert, dennoch wurden um über 800 Hektoliter – das sind umgerechnet 240.000 Seidel Bier – mehr Weitra-Bier als im Vorjahr abgesetzt. „Das entspricht einem Mengenplus von sechs Prozent“, ist Schwarz zufrieden. Das gleichfalls aus Weitra stammende Bio-Bier „Hadmar“ hält darüber hinaus stolze 12 Prozent am nationalen Marktanteil bei Bio-Bieren – bei überwiegend punktueller Verfügbarkeit im Handel. Damit ist bereits mehr als ein Drittel des Ausstoßes der Bierwerkstatt biologisch.

Auch die alkoholfreien, regionalen Getränke aus dem Hause Zwettler treffen den Geschmack der Konsumenten: So wurde das beliebte Sortiment KORL und MITZI um einen naturtrüben Apfelsaft gespritzt namens SCHURLI erweitert. Die Limonaden werden – natürlich, möchte man fast sagen – in umweltfreundliche, nachhaltige 0,5-Liter-Glas-Mehrwegflaschen gefüllt und vorwiegend im regionalen Handel, bei Gastronomen und Veranstaltungen vertrieben. Im Vorjahr wurden insgesamt 1.240.000 Flaschen Limonaden abgefüllt[1], Tendenz steigend. Die Flaschen der Eigenlimonaden werden in der Brauerei gereinigt und wieder befüllt, gesammelt werden sie ganz praktisch in den klassischen Zwettler-Bierkisten.

Genuss aus einem der letzten Öko-Gebiete

Besonders jüngere Konsumenten entscheiden sich für Marken aufgrund von Emotionen und neuer Werte. Bei Zwettler Bier und Weitra Bräu fühlen sich all jene wohl, die „regional statt global konsumieren wollen.“ Entsprechend hoch sind das Engagement und die Energie, die die Brauer gemeinsam mit den lokalen Hopfen- und Gerstenbauern in die Rohstoff-Absicherung investieren. „Der Klimawandel ist auch bei uns im Waldviertel spürbar: Wir müssen daher verstärkt an Alternativen zur Sommerbraugerste arbeiten und weitere Hopfengärten in guten Lagen aussetzen“, so Schwarz.

Dass wirtschaftlicher Erfolg nicht zulasten der Umwelt gehen muss, beweist Zwettler eindrücklich: Wertschöpfung aus der Region für die Region ist bei der Privatbrauerei Zwettl gelebtes Leitbild. Dank der langjährigen, intensiven Kooperation mit der Erzeugergemeinschaft Edelkorn, die Landwirte der Region vereint, kann Zwettler den Großteil seines Bedarfs an Braugerste „vor der Haustüre decken“. Mehr als hundert Landwirte bauen auf rund 500 Hektar im Rahmen von „de-facto-Vertragslandwirtschaft“ für die Traditionsbrauerei Sommergerste an und lieferten im vergangenen Jahr 1.600 Tonnen Waldviertler Braugerste der Sorte ESMA an die Privatbrauerei Zwettl. Auch der Hopfen ist „ein echter Waldviertler“ – und gedeiht im Waldviertler Reizklima optimal. Sechs Bauernfamilien ernten auf 14 Hektar Hopfen, teilen sich insgesamt vier Darren und bringen Jahr für Jahr rund 20.000 Kilogramm Hopfen ein – seit Kooperationsstart mit der Privatbrauerei sind das beeindruckende 600.000 Kilogramm. Trotz der Wetterkapriolen und des wenigen Regens war die Ernte 2019 sowohl qualitativ als auch quantitativ gut. 2019 wurde ein neuer, zusätzlicher Hopfengarten ausgesetzt.

Modernste Technik trifft in Weitra auf traditionelles Brauhandwerk

Auch für heuer hat die Privatbrauerei Zwettl einiges vor. So wird die 3,5 Millionen Euro teure Modernisierung der Bierwerkstatt Weitra 2020 abgeschlossen und die runderneuerte Manufaktur im Sommer wieder in Normalbetrieb gehen. Mit diesem Investment wurden nunmehr alle Anlagen auf modernsten Stand gebracht und die Kapazität der Bierwerkstatt nahezu verdoppelt, wobei die wertvolle handwerkliche Tradition der offenen Gärung selbstredend erhalten bleibt. „Aufgrund der Komplexität und des unbedingt notwendigen Wissens der Mitarbeiter gerät diese bewährte Methode zunehmend in Vergessenheit. Wir gehen hier zweifelsohne den komplizierteren, aufwendigeren Weg, werden aber mit außergewöhnlichen Bieren belohnt“, so Karl Schwarz, dem das Handwerk am Herzen liegt und der Tradition bewahren möchte. In Vorfreude auf das 2021 anstehende 700-Jahr Jubiläum Weitras als älteste Braustadt Österreichs wird ein neues Spezialbier, das hauptsächlich in Gastronomiebetrieben ausgeschenkt werden wird, präsentiert. Nicht nur der Inhalt, auch das Gebinde ist „etwas ganz Besonderes“: So werden die Biere im Fass sowie in schön gestalteten exklusiven 0,33 Liter Glas-Mehrwegflaschen und neuen Kisten angeboten. „Damit erreichen wir eine nahezu 100-prozentige Mehrweg-Quote in Weitra“, freut sich Schwarz.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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