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Rene Benkos Galeria Karstadt Kaufhof schließt bis zu 50% der Filialen

18.05.2020

Corona-bedingt hatte sich das Unternehmen bereits unter ein Schutzschirmverfahren begeben. Nun drohen die Schließung von bis zu 80 der 170 Filialen und der Verlust von 5.000 Arbeitsplätzen.

Das vorige Woche dem Gesamtbetriebsrat sowie Gläubigervertretern vorgelegte Sanierungskonzept sieht drastische Einschnitte bei der Zahl der aktiven Standorte sowie der Mitarbeiter vor: 80 von 170 Warenhäusern und 20 der 30 Outlets von Karstadt Sport sowie 100 der 130 Galeria-Reisebüros sollen geschlossen werden. Insgesamt wären rund 5.000 der derzeit 28.000 Mitarbeiter von der Schließungswelle betroffen. Welche Filialen konkret von der Schließung bedroht sind ist derzeit nicht bekannt. Auch ihre Zahl könnte sich noch reduzieren, wenn "Vermieter und andere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit" seien.

Hohe Corona-Verluste

"Galeria Karstadt Kaufhof hat während der Zeit der Komplettschließung mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren." begründet die Geschäftsleitung das harte Sanierungkonzept. Die Verluste, speziell das ausgefallene wichtige Ostergeschäft, seien nicht aufzuholen: "Insgesamt dürfte sich der Umsatzverlust auf bis zu 1 Mrd. Euro erhöhen."

Weitreichende Auswirkungen

Die deutsche Handelsgewerkschaft Verdi warnt vor den potenziellen Auswirkungen, welche die zahlreichen Schließungen über das Unternehmen hinaus haben können: "Die Warenhäuser sind Ankerstandorte in den Städten und Gemeinden - sie sind Frequenzbringer und Magnet für weitere Einzelhandelsbetriebe" warnt Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Es droht eine Verödung von Innenstädten."

Noch im Dezember 2019 hatte die Gewerkschaft mit dem Konzern einen Sanierungstarifvertrag mit Standort- und Beschäftigungsgarantien abgeschlossen. Dieser ist seit Mitte April mit dem Eintritt von Galeria Karstadt Kaufhof in ein Schutzschirmverfahren allerdings nicht mehr das Papier wert, auf dem er vereinbart wurde. Bei Verdi sieht man deshalb eine Sanierung auf Kosten der Beschäftigten.

Allerdings: Ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung ist häufig nur die Vorstufe einer Insolvenz - und von der wären dann alle Beschäftigten des Konzerns betroffen.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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