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Rewe geht eigene Wege – auch Online

30.08.2017

Amazon und Google erobern mit Handels-Kooperationen gerade den amerikanischen Online-Handel. Der neue Rewe-Bereichsvorstand, Marcel Haraszti sieht darin allerdings kein Erfolgskonzept. 

"Wir brauchen kein Google oder Amazon.", sagt der neue Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszi klar und deutlich zum Onlinehandel von Billa-Mutter Rewe. Der Bereichsvorstand für Billa, Merkur, Adeg und Bipa reagiert im Pressegespräch gelassen auf die zwei Mega-Deals die den amerikanischen Online-Handel gerade aufwirbeln. Rewe will sich mit diesen Entwicklungen sehr genau auseinandersetzten, vor allem weil die Prognosen in Punkto Internet bisher eher falsch als richtig gewesen sind.

Entwicklung bei Rewe

Zwar lässt sich mit den Internet-shopping Möglichkeiten des Lebensmittelhändlers noch kein Geld verdienen, sie sind aber schon ein wesentlicher Bestandteil des Geschäfts. (Quer über alle Handelsschienen macht Rewe früheren Angaben zufolge einen E-Commerce-Umsatz von gerade mal 30 Mio. Euro - bei einem Gesamtumsatz von zuletzt 8,39 Mrd. Euro.) Um das Angebot weiter auszubauen und größere Erfolge zu erzielen, setzt der Händler auf die Verzahnung von Internet und stationärem Handel. Deswegen laufen gerade Experimente mit Abholstationen und Drive-In-Modellen.

Neben der Herausforderung Online-Handel will Rewe künftig von den Strukturen her einfacher werden und schneller auf Trends und Kundenbedürfnisse reagieren, so Haraszti. Für die Handelsschiene Merkur stellt sich der neue Chef mehr kompakte Versionen vor, also kleinere Filialen. Billa wiederum könnte etwas größer werden, um mehr Platz für Frischeprodukte und Dienstleistungen zu haben.

Veränderungen stehen nächstes Jahr auch in der Führungsriege des Billa-Mutterkonzerns an. Im April nächsten Jahres wird Rewe-International-Boss Frank Hensel seinen Posten abgeben. Danach berichten die fünf Bereichsvorstände Marcel Haraszi, Janusz Kulik, Michael Jäger, Christoph Matschke und Franz Nebel direkt an die Konzernzentrale in Köln.

US-Handel hebt ab

Wo es hierzulande noch relativ ruhig ist, geht es in den USA rund. Erst vor kurzem gab der größte Einzelhändler der Welt Wal-Mart bekannt, eine Partnerschaft mit Internetriesen Google einzugehen. Diese Allianz soll das Online-Shopping von alltäglichen Einkäufen mit Hilfe des Sprachassistenten Google Assistant revolutionieren .

Jetzt mischt Amazon mit der endgültigen Übernahme von Whole Foods den Markt noch mehr auf. Der Deal wurde Anfang der Woche unter Dach und Fach gebracht. Der Grund dafür ist, dass Amazon die Preise purzeln lässt, und zwar bis zu 50 Prozent. Offiziell will man die Produkte des Bio-Supermarkts so für eine breite Kundschaft zugänglich machen. Mit Sicherheit soll sich dadurch auch das Image der Supermarktkette bessern, mit ihrem Ruf als Öko-Laden für die Oberschicht. Amazon setzt wie Rewe auf die Verzahnung von Online und Offline-Geschäft. Denn der Internethändler vermarktet seine Produkte ab sofort direkt in den Whole-Foods-Stores.

Der Wettbewerb im amerikanischen Handel steigt jedenfalls rasant. Neben der Abwanderung der Kundschaft ins Internet, nicht zuletzt auch durch die enormen Expansionen der deutschen Diskounter Aldi und Lidl. Auch die Aktien der „heimischen“ Lebensmittelhändler stehen schon seit Bekanntwerden des Deals unter Druck. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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